Neue Kon­zep­te bei Dia­be­tes: Ma­ri­en-Ho­s­pi­tal in­for­miert

Rheinische Post Wesel - - WESEL -

WESEL (cbr) Zum zwei­ten Mal hat das Dia­be­tes-Team des Ma­ri­enHo­s­pi­tals zum Info-Nach­mit­tag ein­ge­la­den. Zahl­rei­che vie­le Be­trof­fe­ne und In­ter­es­sier­te wa­ren der Ein­la­dung ge­folgt. Auf dem Pro­gramm stan­den ei­ne Aus­stel­lung mit neu­es­ten Pro­duk­ten um den Dia­be­tes, ei­ni­ge Vor­trä­ge und Be­rich­te von Be­trof­fe­nen über neue Mög­lich­kei­ten der Zu­cker­mes­sung.

Ein be­son­de­rer Schwer­punkt lag auf dem re­la­tiv neu­en Kon­zept der kon­ti­nu­ier­li­chen Glu­ko­se­mes­sung, bei der nicht mehr punk­tu­ell zu ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­ten der Blut­zu­cker ge­mes­sen wer­den muss, son­dern mit­tels ei­nes Sen­sors im Un­ter­haut­fett­ge­we­be kon­ti­nu­ier­lich die Zu­cker­kon­zen­tra­ti­on in der Ge­we­be­flüs­sig­keit ge­mes­sen wird. Das hat für die Pa­ti­en­ten den Vor­teil, dass sie nicht mehr­mals am Tag in die Haut pik­sen müs­sen, son­dern in län­ge­ren Ab­stän­den von bis zu 30 Ta­gen den Sen­sor, ei­nen klei­nen Me­tall­fa­den, wech­seln müs­sen. Ins­be­son­de­re für El­tern (die Er­kran­kung kann schon im Al­ter von sechs Mo­na­ten auf­tre­ten) ist das ei­ne Er­leich­te­rung, weil das Ge­rät vor ei­ner Un­ter­zu­cke­rung, die das Haupt­ge­sund­heits­ri­si­ko beim Dia­be­tes ist, war­nen kann. Auch hier gibt es ver­schie­de­ne Kon­zep­te: Mal hat man ei­nen ei­ge­nen Scan­ner, mitt­ler­wei­le gibt es aber auch Ge­rä­te, die mit Han­dy-Apps zu­sam­men­ar­bei­ten.

Arzt und Pa­ti­ent ha­ben ei­nen bes­se­ren Ein­blick in den Ver­lauf des Zu­cker­spie­gels und es wird leich­ter, die rich­ti­ge In­sulin­zu­fuhr ein­zu­stel­len. Ne­ben Sprit­zen für In­su­lin gibt es auch In­su­lin­pum­pen, die kon­ti­nu­ier­lich In­su­lin ab­ge­ben und mitt­ler­wei­le auch die In­sulin­zu­fuhr stop­pen kön­nen, wenn ei­ne Un­ter­zu­cke­rung droht.

Dirk Bier­kamp-Chris­to­pher­sen, Lei­ter des Dia­be­tes-Teams am Ma­ri­en-Ho­s­pi­tal, hob in sei­nem Vor­trag her­vor, dass jen­seits al­ler tech­ni­schen Neue­run­gen für ihn der Mensch und das Zwi­schen­mensch­li­che we­sent­li­che Fak­to­ren ei­ner er­folg­rei­chen The­ra­pie sei­en. „Ich be­mü­he mich, dass min­des­tens ein­mal wäh­rend ei­nes Pa­ti­en­ten­ge­sprächs ge­lacht wird“, so das Cre­do des Me­di­zi­ners, für den Hu­mor ei­ne tra­gen­de Säu­le der The­ra­pie ist.

Da­zu ge­hört auch Auf­klä­rung in Schu­len und Kin­der­gär­ten und Ver­ei­nen. So er­zählt der drei­ma­li­ge Deut­sche Meis­ter über 200 Me­ter, Da­ni­el Schnel­ting, wie Bier­kam­pChris­to­pher­sen mit sei­nem Trai­ner ge­spro­chen hat: „Da­ni­el ist gut ein­ge­stellt. Er kann lau­fen. Wenn er nicht mehr läuft, braucht er Trau­ben­zu­cker.“Da­ni­el Schnel­ting war es auch, der ver­schie­de­ne neue Ge­rä­te aus­pro­biert hat und ein weit­ge­hend po­si­ti­ves Fa­zit zog. Dem schlos­sen sich in der Dis­kus­si­on auch an­de­re Be­trof­fe­ne an. Wie wich­tig In­for­ma­tio­nen über die­ses The­ma sind, zeig­te sich am äu­ßerst re­gen Zu­spruch zu der Ver­an­stal­tung in der Au­la der Mu­sik- und Kunst­schu­le. Auch im nächs­ten Jahr wird es ei­ne Auf­la­ge ge­ben.

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