Zum Ar­ti­kel „Land­wir­te ver­tei­di­gen Gül­le-Dün­gung“

Rheinische Post Wesel - - WESEL -

Es ist lo­bens­wert, dass der We­seler Land­rat Ans­ger Mül­ler „die Pfle­ge der Er­de“als „be­son­de­re Her­aus­for­de­rung“an­mahnt. Aber die­ses sind doch nur Wort­hül­sen. Sei­tens des Krei­ses wird doch im­mer mehr wert­vol­ler Bo­den durch Aus­bag­gern für im­mer ver­nich­tet. Ge­ra­de hat der Na­tur­schutz­bei­rat des Krei­ses Wesel mehr­heit­lich zu­stimmt, dass in ei­nem ge­schütz­ten FFH-Ge­biet wert­vol­le Bö­den für im­mer ver­nich­tet und ein Was­ser­loch ge­bag­gert wer­den sol­len, über den Um­weg, dass an ei­ner an­de­ren Stel­le im Kreis Wesel er­näh­rungs­re­le­van­ter Acker­bo­den in Grün­land um­ge­wan­delt wer­den soll, um so ei­nen Teil des vor­han­de­nen Vo­gel­schutz­ge­bie­tes, wel­ches durch das Aus­bag­gern für im­mer ver­lo­ren geht, zu er­set­zen. Wei­ter­hin soll die Ab­gra­bung His­ten­bruch ge­neh­migt wer­den. Hier muss­te Dank der Ein­wen­dun­gen von Bür­gern un­ter an­de­rem das Hy­dro­geo­lo­gi­sche Gut­ach­ten nach­ge­bes­sert wer­den, da es nicht ge­neh­mi­gungs­fä­hig war. Da­durch muss­te das feh­ler­haf­te Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren neu an­ge­sto­ßen wer­den. Dar­über hin­aus wer­den vom We­seler SPD-Frak­ti­ons­chef Lud­ger Ho­vest stän­dig neue Ab­gra­bungs­flä­chen (et­wa Pet­ten­kaul) ge­for­dert. Durch die vor­ste­hend auf­ge­führ­ten ge­plan­ten Ab­gra­bun­gen kann nicht von der „Pfle­ge der Er­de“im Sin­ne der Nach­hal­tig­keit und der Ver­ant­wor­tung für die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen ge­spro­chen wer­den. Die Land­wirt­schaft be­klagt den zu­neh­men­den Flä­chen­ver­brauch et­wa durch Strom- und Ga­stras­sen. Es wird aber in kei­ner Wei­se der un­wie­der­bring­li­che Ver­lust der Acker­flä­chen durch das Aus­kie­sen auf­ge­zeigt. Die an­ge­spro­che­ne Gül­le­be­las­tung und da­durch die Be­las­tung des Grund­was­sers ist ge­ge­ben. Aber die­se Be­las­tung ist tem­po­rär und kann ver­hin­dert bzw. ein­ge­schränkt wer­den. Wenn die Gül­le ord­nungs­ge­mäß auf­ge­tra­gen wird, stellt die­se nur ei­ne zeit­lich be­grenz­te Ge­fahr dar. Zy­ni­ker wür­den sa­gen: Wenn kei­ne Land­wirt­schaft­flä­chen mehr vor­han­den sind, gibt es so­mit auch kei­ne Flä­chen mehr, um Gül­le auf­zu­tra­gen. Durch Aus­bag­gern und da­mit Ver­nich­tung von Land­flä­chen wird das Gül­le­pro­blem für im­mer ge­löst. Im Kreis Wesel wird die Ge­fahr durch den Kies­ab­bau nicht wahr­ge­nom­men, es wird weg­ge­schaut. Nach dem Mot­to „Es war doch im­mer so“. Auf dem Kie­sau­ge sind die Ent­schei­dungs­trä­ger blind. Die­ter Hal­ler Hamminkeln

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