Hil­fe beim Da­ten­schutz für Fir­men

Neue EU-Da­ten­schutz-Gr­und­ver­ord­nung The­ma beim Un­ter­neh­mer­früh­stück

Rheinische Post Wesel - - HAMMINKELN -

HAMMINKELN (jok) Wal­ter Mün­nich, Vor­sit­zen­der von Pro Mit­tel­stand Hamminkeln, sag­te zur Be­grü­ßung, ihm fan­ge an, „leicht grau­sam zu wer­den“, wenn er an die neue EUDa­ten­schutz-Gr­und­ver­ord­nung den­ke. Die­se löst am 25. Mai 2018 das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ab, um so ein ein­heit­li­ches ho­hes Schutz­ni­veau für al­le 28 EU-Mit­glieds­staa­ten zu schaf­fen. Zwei Ex­per­ten re­fe­rier­ten jetzt beim Un­ter­neh­mer­früh­stück dar­über, was die­se Neue­rung kon­kret für die Fir­men in der Is­sel-Stadt be­deu­tet.

Chris­toph Ni­en­haus, IT-Lei­ter der ame­ri­ka­ni­schen Fir­ma Cis­co Sys­tems, wohnt seit 2009 in Wer­t­her­bruch. Der 43-jäh­ri­ge Sys­tems En­gi­neer sag­te, sein Un­ter­neh­men sei „Welt­markt­füh­rer Netz­werk“und er­klär­te, na­he­zu je­der wür­de von sei­nem Ar­beit­ge­ber pro­fi­tie­ren. Er stieg mit ei­ner Vor­über­le­gung ein: „Da­ten­schutz schützt kei­ne Da­ten, son­dern Men­schen.“Als amü­san­tes Bei­spiel nann­te er den Fall ei­ner USSei­ten­sprung-Agen­tur, de­ren 35 Mil­lio­nen Kun­den­da­ten ins öf­fent­lich ein­seh­ba­re In­ter­net ge­lang­ten und so nicht nur zur schnel­len In­sol­venz der Agen­tur führ­te. Denn: „Dar­auf­hin stieg die Schei­dungs­Quo­te si­gni­fi­kant an – die Selbst­mord­ra­te üb­ri­gens auch.“

So schlimm dürf­ten Feh­ler beim Da­ten­schutz von Hammin­kel­ner Fir­men ver­mut­lich nie wer­den, doch die Vor­ga­ben ver­schär­fen sich dras­tisch und wer­den vor al­lem bei Ver­stö­ßen stär­ker spür­ba­re Fol­gen ha­ben. Wie Ni­en­haus er­läu­ter­te, müs­sen al­le Un­ter­neh­men, bei de­nen min­des­tens zehn Mit­ar­bei­ter auf per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten Zu­griff ha­ben, ei­nen Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten be­nen­nen. „Au­ßer­dem wird Da­ten­schutz zur Chef­sa­che.“

Rechts­an­walt Kars­ten Keil­hack, Fach­an­walt für Han­dels-und Ge­sell­schafts­recht der Hammin­kel­ner Kanz­lei HTM Mey­er, Venn & Part­ner, er­gänz­te, „gra­vie­ren­de Fol­gen für Un­ter­neh­men“sei­en vor al­lem „ei­ne deut­lich wei­ter­ge­hen­de Haf­tung“. Zu­dem wür­den die Scha­dens­er­satz­an­sprü­che aus­ge­wei­tet: „Bei Feh­lern und Ver­stö­ßen dro­hen nun Geld­bu­ßen von bis zu 20 Mil­lio­nen Eu­ro oder von bis zu vier Pro­zent des glo­ba­len Um­sat­zes der Fir­ma.“Er er­wähn­te ein „mög­li­cher­wei­se neu­es Ge­schäfts­mo­dell“von Ab­mahn­fir­men, die ge­zielt nach Ver­stö­ßen su­chen und dar­aus Pro­fit schla­gen wol­len.

FO­TO: J. KRUCK

Von links: IT-Lei­ter Chris­toph Ni­en­haus, Pro-Mit­tel­stand-Vor­sit­zen­der Wal­ter Mün­nich und Rechts­an­walt Kars­ten Keil­hack.

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