Br­ex­it-Miss­ver­ständ­nis

Rheinische Post Xanten - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEERMANN

Es wirkt schon ein biss­chen wie das Pfei­fen im Wal­de, wenn die bei den Par­la­ments­wah­len ab­ge­straf­te bri­ti­sche Re­gie­rung im­mer wie­der be­tont, es blei­be na­tür­lich beim Br­ex­it – und zwar in sei­ner har­ten Va­ri­an­te. Raus aus dem Bin­nen­markt al­so und auch aus der Zoll­uni­on, was mit Si­cher­heit schmerz­haft wird. Aber was soll’s: Stei­fe Ober­lip­pe, lie­be Bri­ten. Mal se­hen, was da­von im Ver­lauf der Br­ex­it-Ver­hand­lun­gen üb­rig bleibt. Die be­gan­nen ges­tern zwar so be­tont freund­lich, dass man fast mei­nen konn­te, der Aus­stiegs­be­schluss der Bri­ten sei nur ein be­dau­er­li­ches Miss­ver­ständ­nis ge­we­sen. Aber das war er na­tür­lich nicht. Lei­der.

Da­her ist jetzt vor al­lem viel gu­ter Wil­le ge­fragt, von bei­den Sei­ten. Die Zeit der Ma­xi­mal­for­de­run­gen ist vor­bei. Jetzt müs­sen prag­ma­ti­sche Lö­sun­gen her und je­de Men­ge Kom­pro­mis­se, vor al­lem im In­ter­es­se der Mil­lio­nen Bür­ger, die von den Fol­gen des Br­ex­its be­trof­fen sind. Und soll­te man in Lon­don – wi­der Er­war­ten – zu der Er­kennt­nis ge­lan­gen, dass das Gan­ze mit dem Br­ex­it nun doch kei­ne so gu­te Idee war, soll­te für die Bri­ten ei­ne Tür zur EU of­fen blei­ben. BE­RICHT DER BR­EX­IT HAT BE­GON­NEN, SEI­TE B 1

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