Pend­ler­pau­scha­le ade

Rheinische Post Xanten - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Der lan­ge Arm von Ma­rio Draghi reicht bis in deut­sche Dör­fer. Sei­ne Zins­po­li­tik sorgt da­für, dass in Groß­städ­ten die Im­mo­bi­li­en­prei­se ex­plo­die­ren. Auch auf dem Land ver­führt das bil­li­ge Geld vie­le Bür­ger da­zu, sich den Traum von den ei­ge­nen vier Wän­den zu er­fül­len. In­di­vi­du­ell ver­ständ­lich, ge­samt­wirt­schaft­lich ris­kant. Wenn die Zin­sen wie­der an­zie­hen, wird man­cher fest­stel­len, dass er sich die Fi­nan­zie­rung gar nicht leis­ten kann – zu­mal vie­len Häu­sern auf dem Land we­gen der schrump­fen­den Be­völ­ke­rung künf­tig ho­her Wert­ver­lust droht. Zu­gleich treibt der Boom die Zer­sied­lung der Land­schaft und die Ver­ödung der Dorf­zen­tren vor­an.

Höchs­te Zeit, ge­gen­zu­steu­ern. Kom­mu­nen soll­ten, wie vom In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft vor­ge­schla­gen, Neu­bau­ten an den Ab­riss al­ter Häu­ser kop­peln. Der Bund soll­te end­lich die Pend­ler­pau­scha­le kip­pen. Auch sie för­dert die Zer­sied­lung, kos­tet Mil­li­ar­den und ist steu­er­sys­te­ma­tisch falsch. Der Fis­kus ge­währt dem Städter ja auch kei­nen Zu­schuss, wenn die­ser im teu­ren Düs­sel­dorf wohnt. Doch an die hei­li­ge Steu­er-Kuh traut sich kei­ne Par­tei her­an. BE­RICHT GE­NUG WOH­NUN­GEN. . ., SEI­TE B 3

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