Bür­ger­an­trag: Rat soll Spiel­platz­ab­bau neu be­ra­ten

Die Ver­wal­tung warnt da­vor, das Kon­zept aus­zu­höh­len. An­lie­ger hal­ten das zu­grun­de­lie­gen­de Pa­pier für ver­al­tet.

Rheinische Post Xanten - - XANTEN - VON PETER KUM­MER

LÜT­TIN­GEN Der Rat soll sich noch ein­mal mit der Zu­kunft des Spiel­plat­zes an der Ein­mün­dung An der Nett­kull/Am Blau­en St­ein be­schäf­ti­gen. Zwar sieht das 2016 be­schlos­se­ne Spiel­flä­chen­kon­zept die Schlie­ßung des Plat­zes vor. Doch nun hat An­woh­ne­rin Ne­le Burk­hard in ei­nem Bür­ger­an­trag ge­for­dert, ihn bei­zu­be­hal­ten. Ei­nen Tag nach ei­ner Pro­test­ver­samm­lung von El­tern (wir be­rich­te­ten) hat sie im Pla­nungs­aus­schuss ei­nen ent­spre­chen­den Bür­ger­an­trag ein­ge­bracht.

Zum Ju­bi­lä­um des Spiel­plat­zes – er war vor 50 Jah­ren ge­baut wor­den – hat­ten El­tern von Klein­kin­dern im Som­mer ei­ne Ver­schö­ne­rungs­ak­ti­on ge­plant. „Bis ei­nes Ta­ges die Ket­ten der Schau­kel von der Stadt ent­fernt wur­den“, heißt es in dem An­trag. „Auf Nach­fra­ge hieß es zu­erst noch, die Schau­kel wür­de durch ein neu­es Spiel­ge­rät er­setzt. Oh­ne die An­lie­ger vor­her zu in­for­mie­ren, be­gann statt­des­sen in den letz­ten Ta­gen der Rück­bau des be­lieb­ten Spiel­plat­zes.“

Der Spiel­platz, führt Ne­le Burk­hard wei­ter aus, er­fül­le ei­ne wich­ti­ge so­zia­le und in­te­gra­ti­ve Funk­ti­on für das Um­feld. Das Spiel­flä­chen­kon­zept sei durch Zu­zug und ei­nen Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel ver­al­tet. Der Be­darf wer­de falsch ein­ge­schätzt. Ei­ne Be­darfs­ab­fra­ge ha­be be­dau­er­li­cher­wei­se nicht statt­ge­fun­den, lau­tet ih­re Kri­tik.

„Der Er­halt von Spiel­plät­zen ist ein Aus­druck ei­ner fa­mi­li­en­freund­li­chen und bür­ger­na­hen Po­li­tik, die auch die be­rück­sich­tigt, die sel­ber kei­ne Bür­ger­an­trä­ge stel­len kön­nen – die Kin­der, die ih­re Schau­kel und ihr Wipp-Tier ver­mis­sen.“Sie plä­diert da­für, dass ne­ben ei­nem „teu­ren und war­tungs­in­ten­si­ven Aben­teu­er­spiel­platz“auch ein his­to­risch ge­wach­se­ner und für Au­ßen­ste­hen­de vi­el­leicht eher un­schein­bar wir­ken­der Spiel­platz in ei­ner ge­wach­se­nen Sied­lung wei­ter be­ste­hen dür­fe.

Die Stadt ver­tei­dig­te im Aus­schuss das vom Rat ver­ab­schie­de­te Spiel­flä­chen­kon­zept. Man wol­le sich auf grö­ße­re Plät­ze kon­zen­trie­ren, so Tech­ni­scher De­zer­nent Fran­ke. Die Ten­denz ge­he da­hin, dass Fa­mi­li­en in der Re­gel grö­ße­re Flä­chen auf­su­chen. Die wol­le man at­trak­ti­ver ma­chen. Ein an­de­rer Spiel­platz lie­ge nur ei­ni­ge hun­dert Me­ter ent­fernt an der Ha­gel­kreuz­schu­le. Stadt­pla­ne­rin Chris­ti­na Kut­scha­ty ver­wies un­ter an­de­rem dar­auf, dass die Spiel­ge­rä­te Am Blau­en St­ein nicht mehr si­cher sei­en: „Aber die Flä­che kann wei­ter als Treff­punkt ge­nutzt wer­den.“

Bür­ger­meis­ter Tho­mas Görtz warn­te da­vor, dass Kon­zept aus­zu­höh­len. „Es wird im­mer Men­schen ge­ben, die ei­nen Spiel­platz für er­hal­tens­wert hal­ten.“Die Lo­kal­po­li­tik hat sich noch nicht ge­äu­ßert. Ne­le Burk­hard hat ih­ren Wunsch in der Bür­ger­fra­ge­stun­de des Aus­schus­ses vor­ge­tra­gen, bei der die Rats­ver­tre­ter kein Re­de­recht ha­ben.

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