Neu­er Schwung auf al­tem Gleis

Stadt­rat for­dert ak­tu­el­les Gut­ach­ten zur Per­so­nen­bahn nach Mo­ers und Duis­burg.

Rheinische Post Xanten - - Neukirchen-vluyn / Rheurdt -

NEU­KIR­CHEN-VLUYN (dne) Die SPD steht un­ter Dampf: Sie möch­te den CDU-Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Hen­rik Wüst beim Wort neh­men und für neu­en Schwung in der Dis­kus­si­on über ei­nen Per­so­nen-Pend­ler-Zug von Neu­kir­chen-Vluyn über Mo­ers nach Duis­burg sor­gen. Auf An­trag der So­zi­al­de­mo­kra­ten be­auf­trag­te der Stadt­rat die Ver­wal­tung da­mit, ei­nen kom­pe­ten­ten Gut­ach­ter zu su­chen. Zu­dem soll er­mit­telt werden, wie teu­er ein Gut­ach­ten zu Kos­ten und Zeit­plä­nen für die Wie­der­be­le­bung des bis­lang to­ten Glei­ses werden wür­de.

Ma­che aus der eins­ti­gen Koh­len-Gü­ter­li­nie ei­ne flot­te Pend­ler­stre­cke – die­se Vi­si­on gibt es be­reits seit mehr als zwei Jahr­zehn­ten. Et­li­che Po­li­ti­ker er­in­ner­ten sich an auf­ge­reg­te Dis­kus­sio­nen im Rat in den Jah­ren 2003 und 2014. Bür­ger­meis­ter Ha­rald Len­ßen kann abend­fül­lend be­rich­ten, mit wem er über die­sen Zweig der Nie­der­rhein­bahn schon al­les wann ge­spro­chen hat. Zu­letzt hat­te er Re­spekt vor den ganz prak­ti­schen Hin­der­nis­sen für die­ses Pro­jekt er­ken­nen las­sen: In Mo­ers müss­te ein mil­lio­nen­teu­res Brü­cken­bau­werk er­rich­tet werden, um das Neu­kir­chen-Vluy­ner-Gleis über­haupt an das Netz der Deut­schen Bahn an­zu­schlie­ßen. Ei­ne kom­plet­te Fa­b­rik­hal­le müss­te da­für ab­ge­ris­sen werden. Wie sehr die Ver­lus­te aus ei­nem lau­fen­den Be­trieb die Stadt be­las­ten wür­de, stün­de noch auf ei­nem an­de­ren Blatt. Die CDU Neu­kir­chen-Vluyn hat­te sich da­her be­reits von der Bahn­li­nie ver­ab­schie­det und den An­trag ge­stellt, auf der Tras­se ei­nen Rad­schnell­weg zu er­rich­ten.

„Wir von der SPD ha­ben nie den Plan ei­ner Per­so­nen­bahn auf­ge­ge­ben“, hielt SPD-Che­fin El­ke Butt­ke­reit dem ent­ge­gen. Nach wie vor sei der Nie­der­rhein­bahn­zweig als vor­ran­gig im NRW-Be­darfs­plan für den Öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr fest­ge­schrie­ben. Zu­dem sei­en die Rea­li­sie­rungs­mit­tel des Bun­des für das Land NRW auf 1,8 Mil­li­ar­den an­ge­ho­ben wor­den. Und Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Wüst hat­te in ei­nem In­ter­view den Ein­druck ver­mit­telt, die Gel­der sei­en da. Butt­ke­reit: „Die­sen Schwung soll­ten wir jetzt nut­zen.“

Rasch spran­gen auch die Christ­de­mo­kra­ten auf den Zug auf. Ge­gen den SPD-An­trag auf ei­ne Prü­fung kön­ne man ja gar nicht sein. CDU-Frak­ti­ons­chef Mar­kus Na­cke mach­te in sei­ner Ge­gen­re­de al­ler­dings auch deut­lich, dass noch zahl­rei­che Hin­der­nis­se auf dem Weg lie­gen. „Wir müs­sen zum Bei­spiel die Städ­te Mo­ers und Duis­burg an ei­nen Tisch be­kom­men und uns mit ih­nen ei­ni­gen. Denn solch ei­ne Bahn wür­de die Etats all die­ser Städ­te be­las­ten.“

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