Ur­teil stärkt Kom­mu­nal­po­li­ti­ker

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf er­laubt die Ein­sicht in Ge­wer­be­steu­er­ak­ten.

Rheinische Post - - WIRTSCHAFT -

DÜS­SEL­DORF (dpa) Stadt­rä­te ha­ben An­spruch auf Ein­sicht in die Ge­wer­be­steu­er­ak­ten der orts­an­säs­si­gen Un­ter­neh­men. Das hat das Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­ge­richt ges­tern ent­schie­den (Az.: 1 K 14162/16). Der Frak­ti­on der Grü­nen im Stadt­rat von Kra­nen­burg, ei­ner 10.000-Ein­woh­ner-Ge­mein­de an der nie­der­län­di­schen Gren­ze, war der Einblick in die Ak­ten der 30 größ­ten Ge­wer­be­steu­er­zah­ler der Kom­mu­ne ver­wehrt wor­den.

Dar­auf­hin hat­te die Frak­ti­on den Bür­ger­meis­ter auf Her­aus­ga­be der ge­wünsch­ten In­for­ma­tio­nen ver­klagt. Oh­ne die­se ha­be man kei­ne Chan­ce, die On­li­ne­bran­che und da­mit die Ent­wick­lung der Kom­mu­ne zu för­dern, ar­gu­men­tier­ten die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker.

Die Stadt­ver­wal­tung hat­te dies mit Hin­weis auf das Steu­er­ge­heim­nis ver­wei­gert. Mit­ar­bei­ter der Ver­wal­tung, die dies tun wür­den, könn­ten sich da­bei straf­bar ma­chen. Au­ßer­dem ge­he aus den ge­wünsch­ten Steu­er­da­ten gar nicht her­vor, was die Grü­nen wis­sen möch­ten, sag­te Haupt­amts­lei­ter Nor­bert Jan­sen.

Doch die Rich­ter stell­ten nun klar: Der Stadt­rat sei ein Or­gan der Ver­wal­tung, die er zu kon­trol­lie­ren ha­be. Die Wei­ter­ga­be der Da­ten in­ner­halb der Ver­wal­tung sei kein Bruch des Steu­er­ge­heim­nis­ses.

Die Stadt­rä­te hät­ten ei­nen An­spruch auf Ak­ten­ein­sicht, aber auch ih­rer­seits dann die Pflicht, das Steu­er­ge­heim­nis ge­gen­über Drit­ten zu wah­ren. „Wenn aus der Frak­ti­on et­was an die Öf­fent­lich­keit ge­rät, wä­ren sie straf­recht­lich zu be­lan­gen“, warn­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter, Ge­richts­prä­si­dent Andre­as Heusch, in Rich­tung der Klä­ger.

In ei­nem Ne­ben­satz ha­be man bei den Haus­halts­be­ra­tun­gen er­fah­ren, dass ein er­heb­li­cher An­teil der Ge­wer­be­steu­ern in­zwi­schen aus dem In­ter­net­ge­schäft spru­de­le, be­grün­de­te Stadt­rat Andre­as May­er (Grü­ne) nach der Ver­hand­lung den Gang vor das Ver­wal­tungs­ge­richt. Um zu wis­sen, ob und wie man die Bran­che för­dern kön­ne, müs­se man sie aber ken­nen.

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