Die Pio­nie­re im Gra­tis-Nah­ver­kehr

Rheinische Post - - STIMME DES WESTENS -

Tü­bin­gen Die 90.000-Ein­woh­ner­Stadt in Ba­den-Würt­tem­berg hat vor ei­ner Wo­che kos­ten­lo­se Bus­se nur an den Sams­ta­gen ein­ge­führt und da­für 200.000 Eu­ro be­reit­ge­stellt. Das Pro­jekt war auch des­halb ent­stan­den, weil ein zen­tra­les Park­haus der Stadt sa­niert wer­den soll und da­durch vie­le Park­plät­ze weg­fal­len. Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer (Grü­ne) schrieb ei­nen Brief an die Bun­des­re­gie­rung: Tü­bin­gen sei „bes­tens vor­be­rei­tet“, um Mo­dell­stadt für ei­nen kom­plett kos­ten­lo­sen ÖPNV zu wer­den. Tem­plin Die 16.000-Ein­woh­ner-Stadt in Bran­den­burg hat­te 1998 das kos­ten­lo­se Bus­fah­ren ein­ge­führt. Die Zahl der Fahr­gäs­te ver­fünf­fach­te sich in­ner­halb von vier Jah­ren. Da­mit be­gan­nen auch die Pro­ble­me: Man brauch­te mehr Per­so­nal, mehr Fahr­zeu­ge, mehr War­tung, die Kos­ten ex­plo­dier­ten. 2003 war dann Schluss mit dem Gra­tis-ÖPNV. Tal­linn Dass es auch an­ders ge­hen kann, be­weist die Haupt­stadt Est­lands. Dort fah­ren die Ein­woh­ner seit 2013 um­sonst mit Bus und Bahn. Tal­linn in­ves­tier­te kräf­tig in den Aus­bau der In­fra­struk­tur, wan­del­te Fahr­strei­fen in Bus­spu­ren um, pro­gram­mier­te die Am­peln so, dass Bus­se und Bah­nen be­vor­zugt wer­den. Fi­nan­ziert wur­de das mit stei­gen­den Steu­er­ein­nah­men.

Der Tü­bin­ger Ober­bür­ger­meis­ter Bo­ris Pal­mer gilt als Vor­rei­ter im Gra­tis­Nah­ver­kehr.

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