Is­ra­els Jus­tiz funk­tio­niert

Rheinische Post - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEER­MANN TEU­RE GE­SCHEN­KE, SEI­TE A 6

Is­ra­el hat ein Kor­rup­ti­ons­pro­blem, das ist nichts Neu­es. Be­vor jetzt Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu ins Vi­sier der Er­mitt­ler ge­riet, stol­per­te schon sein Vor­gän­ger Ehud Ol­mert über Be­ste­chungs­vor­wür­fe. Ol­mert trat zu­rück, als sich ei­ne An­kla­ge­er­he­bung ab­zeich­ne­te. Ne­tan­ja­hu da­ge­gen will die Sa­che of­fen­bar aus­sit­zen. Ju­ris­tisch ge­se­hen hat er na­tür­lich das Recht da­zu, ob es auch po­li­tisch ei­ne klu­ge Ent­schei­dung ist, steht auf ei­nem an­de­ren Blatt. Der po­li­ti­sche Rück­halt des Pre­miers könn­te schnell brö­ckeln, und dies aus­ge­rech­net in ei­ner Zeit, da Is­ra­el sich wie­der ver­stärkt äu­ße­ren Be­dro­hun­gen aus­ge­setzt sieht.

Die gu­te Nach­richt ist, dass Is­ra­els Jus­tiz an­schei­nend un­be­irrt ih­re Ar­beit tut. Ol­mert wan­der­te für ei­ni­ge Zeit hin­ter Git­ter, und auch Ne­tan­ja­hu weiß, dass ihn sein Amt nicht schützt, falls er ver­ur­teilt wird. So un­ab­hän­gig ar­bei­tet die Jus­tiz sonst nir­gend­wo in der Re­gi­on. Es zeigt sich ein­mal mehr, dass Is­ra­el nicht nur die ein­zi­ge De­mo­kra­tie im Na­hen Os­ten ist, son­dern auch als ein­zi­ges Land dort über ei­nen funk­tio­nie­ren­den Rechts­staat ver­fügt. BE­RICHT

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