Die Steu­er­de­bat­te ist er­öff­net

Rieser Nachrichten - - Erste Seite - VON MAR­TIN FER­BER fer@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Den Klei­nen ge­ben, den Gro­ßen neh­men. Das Steu­er­kon­zept der SPD passt in die Pro­gram­ma­tik von Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz, der land­auf land­ab „mehr Ge­rech­tig­keit“ver­spricht. Was der Staat den Be­zie­hern von klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men gibt, holt er sich so­fort wie­der von den Bes­ser­ver­die­nen­den durch ei­ne Er­hö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes.

So weit, so er­wart­bar. Rich­tig in­ter­es­sant ist das Kon­zept hin­ge­gen bei den So­zi­al­ab­ga­ben. Ge­ring­ver­die­ner ha­ben von Steu­er­sen­kun­gen nichts, weil sie oh­ne­hin kei­ne Ein­kom­men­steu­er be­zah­len müs­sen. Wenn die So­zi­al­de­mo­kra­ten nun al­le, die we­ni­ger als 1300 Eu­ro pro Mo­nat ver­die­nen, an die­ser Stel­le ent­las­ten, oh­ne dass Ge­ring­ver­die­ner da­durch ih­re Ren­ten­an­wart­schaf­ten ver­lie­ren, ha­ben auch sie mehr Net­to vom Brut­to.

Mit ih­rem Kon­zept hat die SPD die De­bat­te um ei­ne Ent­las­tung der Bür­ger er­öff­net. Nun ist die Uni­on am Zu­ge, die sich bis­lang auch bei die­sem The­ma äu­ßerst be­deckt hält. Klar ist nur ei­nes – sein Kon­zept, den So­li in zehn Trip­pel­schrit­ten in zehn Jah­ren ab­zu­bau­en, kann Wolf­gang Schäu­b­le end­gül­tig in den Pa­pier­korb wer­fen. Punkt­sieg für Mar­tin Schulz.

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