Gaildor­fer schnup­pert High­school-Luft

Andre­as Se­be­ra sam­melt vier Wo­chen lang an der Rals­ton Val­ley High School in Den­ver Ein­drü­cke und Er­fah­run­gen. Nun freut er sich auf den Ge­gen­be­such aus Ame­ri­ka in Deutsch­land.

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - VORDERSEITE -

Den­ver. Mit Un­ter­stüt­zung der Bür­ger­stif­tung ver­brach­te Andre­as Se­be­ra vier Wo­chen an der Rals­ton Val­ley High School in Den­ver. Da­bei lern­te er viel über Land und Leu­te.

Den­ver, Co­lo­ra­do, ein Ort, an dem an­de­re Ur­laub ma­chen, war für Andre­as Se­be­ra vier Wo­chen Gast­hei­mat, denn durch den jähr­lich von der Fri­endship Con­nec­tion an­ge­bo­te­nen Schü­ler­aus­tausch konn­te der Gym­na­si­ast des Schenk-von-Lim­purg-Gym­na­si­ums in Gaildorf die Le­bens­art der Ame­ri­ka­ner und ihr Schul­sys­tem re­al er­le­ben. Da­bei stell­te er sich die Fra­ge, ob es so ist, wie er es bis­lang aus Hol­ly­woo­dfil­men kann­te. Schon bald soll­te er Ge­wiss­heit be­kom­men, denn sei­ne Gast­fa­mi­lie un­ter­nahm al­les, um ihm das ame­ri­ka­ni­sche All­tags­le­ben na­he­zu­brin­gen: Mehr­tä­gi­ge Sight­see­ing-Aus­flü­ge, aber auch Po­wer­chil­len auf dem So­fa hal­fen, sein All­tags­eng­lisch auf­zu­bes­sern. Bald schon soll­te aber die Fe­ri­en­zeit vor­bei sein und Se­be­ra durf­te den Schullall­tag an ei­ner ame­ri­ka­ni­schen High­school er­le­ben.

Da­bei stell­te er fest, dass Schu­len in Ame­ri­ka sehr viel grö­ßer sind als in Deutsch­land. Es gibt auch ei­nen spe­zi­el­len Schü­ler­park­platz, da in Ame­ri­ka das Au­to­fah­ren be­reits ab 16 Jah­ren er­laubt ist und vie­le mit dem ei­ge­nen Pkw kom­men. Der Schul­tag an sei­ner Schu­le, der Rals­ton Val­ley High School, be­gann be­reits um 7.30 Uhr. Al­le Schü­ler ver­sam­mel­ten sich vor der Flag­ge der Ver­ei­nig­ten Staa­ten und spra­chen den Fah­nen­eid. Dann be­gann der Un­ter­richt, in­dem der Leh­rer sei­nen Un­ter­richts­plan vor­stell­te. Das ge­schah na­tür­lich nicht an der Ta­fel mit Krei­de, son­dern an ei­nem Smart­board, ei­ner Art Bea­mer mit Touch­screen, der den ak­tu­el­len Com­pu­ter­bild­schirm an die Ta­fel pro­ji­zier­te. Tech­nik spielt an ame­ri­ka­ni­schen Schu­len ei­ne viel grö­ße­re Rol­le, als Andre­as Se­be­ra von zu Hau­se ge­wöhnt war. Die Schü­ler muss­ten dann selbst­stän­dig Auf­ga­ben er­le­di­gen, na­tür­lich nicht mit Stift und Pa­pier, son­dern an ei­nem Lap­top. In je­dem Klas­sen­zim­mer gab es ei­nen Lap­top­schrank mit 30 Ge­rä­ten. Na­tür­lich wur­de kon­trol­liert, dass die Schü­ler ih­re Auf­ga­ben be­ar­bei­te­ten und nicht durch die so­zia­len Netz­wer­ke stromer­ten. So wa­ren im Schul­netz­werk al­le Pro­gram­me wie Whats­app oder Face­book blo­ckiert. Die Com­pu­ter und das In­ter­net soll­ten le­dig­lich zur Recherche und zum Er­le­di­gen der Schul­auf­ga­ben be­nutzt wer­den. So­bald ein Schü­ler mit sei­ner Auf­ga­be fer­tig war, schick­te er die­se dann per E-Mail an den Leh­rer, der die Auf­ga­be kon­trol­lier­te und be­wer­te­te. Es gab No­ten von A, was der bes­ten Be­wer­tung ent­spricht, bis F, dem schlech­tes­ten Wert.

Un­ter­richt in „Blocks“ge­glie­dert

Der Un­ter­richt war in Fä­cher, „Blocks“ge­nannt, ein­ge­teilt. Je­der Schü­ler hat­te drei bis vier Blocks an ei­nem Schul­tag. Ein Block dau­er­te ei­ne St­un­de und 50 Mi­nu­ten. Nach zwei Blocks war Mit­tags­pau­se. Wäh­rend die­ser „Lunch Break“durf­ten die Schü­ler in die Stadt ge­hen, um sich et­was zum Es­sen zu kau­fen oder man blieb an der Schu­le und ging in die Men­sa.

Nach­mit­tags fand vor al­lem Sport statt: Da­bei wur­den sehr vie­le Sport­ar­ten wie zum Bei­spiel Ame­ri­can Foot­ball, Bas­ket­ball und Base­ball an­ge­bo­ten, aber es gab auch ein Moun­tain­bike-Team, da Den­ver den Ro­cky Moun­ta­ins sehr na­he liegt. Als Bas­ket­bal­lund Foot­ball­fan nahm Andre­as Se­be­ra na­tür­lich am Bas­ket­ball­trai­ning teil. Da­bei mach­te ihm sei­ne Kon­di­ti­on zu schaf­fen. Denn Den­ver liegt auf 1700 Me­ter Hö­he über dem Mee­res­spie­gel. Ent­spre­chend dünn ist dort die Luft. Der ein­mo­na­ti­ge Schü­ler­aus­tausch half ihm, ei­nen neu­en Blick auf Schu­le und Le­ben zu fin­den. Se­be­ra be­dankt sich bei der Bür­ger­stif­tung Gaildorf, die ihm durch ih­re groß­zü­gi­ge Un­ter­stüt­zung die­sen Aus­tausch erst mög­lich mach­te. Nun freut sich der Gaildor­fer Schü­ler schon dar­auf, sei­nen neu ge­fun­de­nen ame­ri­ka­ni­schen Freund und Aus­tausch­part­ner im Som­mer das Le­ben in Deutsch­land und in Gaildorf na­he­zu­brin­gen. Se­be­ra ist schon sehr ge­spannt, wie die­ser sei­ne neue Um­ge­bung wahr­neh­men wird.

Foto: pri­vat

Andre­as Se­be­ra vor dem Pan­ora­ma der Ro­cky Moun­ta­ins. Sei­ne Gast­fa­mi­lie gab sich al­le Mü­he, dem Gaildor­fer Gym­na­si­as­ten wäh­rend sei­nes Auf­ent­halts die ame­ri­ka­ni­sche Kul­tur und Le­bens­art na­he­zu­brin­gen.

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