Fromm und fröm­mer

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - VORDERSEITE - Gün­ther Marx

Es kom­men im­mer mal wie­der Le­bens­pha­sen, in der vor Jah­ren ge­trof­fe­ne Ent­schei­dun­gen ins Wan­ken ge­ra­ten. Die Wis­sen­schaft macht Fort­schrit­te, und auch der Glau­be ist oft vom Zwei­fel an­ge­fres­sen. Als der gro­ße – man­che sa­gen be­rüch­tig­te – Phi­lo­soph und Macht­theo­re­ti­ker Ma­chia­vel­li auf dem To­ten­bett ge­fragt wur­de, ob er denn an Gott glau­be, soll er ge­sagt ha­ben, er wer­de sich jetzt kei­ne Fein­de mehr ma­chen. Er war halt ein klu­ger Mann.

Ob ihm das Of­fen­hal­ten der Op­tio­nen ge­nutzt hat, wis­sen wir nicht. Be­den­kens­wert in die­sem Zu­sam­men­hang ist al­ler­dings, was ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­ler in ei­ner ak­tu­el­len Stu­die her­aus­ge­fun­den ha­ben. Ein gott­ge­fäl­li­ges Le­ben, sa­gen sie, kann das ir­di­sche Da­sein um Jah­re ver­län­gern. Die Span­ne reicht von plus 3,82 bis 6,48 Jah­re. So ge­nau ist die Statistik ei­nes Teams der Ohio Uni­ver­si­ty, das da­für ei­ne Fül­le von Nach­ru­fen aus­ge­wer­tet hat. Wer fromm ist und da­zu noch un­ter From­men lebt, hat dem­nach die höchs­te Le­bens­er­war­tung. Kei­ne Aus­sa­ge kön­nen die Wis­sen­schaft­ler je­doch dar­über tref­fen, ob nun der Glau­be an sich die Ur­sa­che ist oder aus dem Glau­ben her­rüh­ren­de Be­gleit­erschei­nun­gen wie ei­ne er­füll­te und maß­vol­le Le­bens­füh­rung oh­ne Aus­schwei­fun­gen und an­de­re Din­ge, die der Ge­sund­heit scha­den. Der Nach­teil ei­nes lan­gen Le­bens soll hier al­ler­dings auch nicht ver­schwie­gen wer­den. Der Weg in den Him­mel ist wei­ter.

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