„See­ho­fer hat fes­te Ba­sis“

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - THEMEN DES TAGES / POLITIK - Claus Lie­se­gang

Als In­gol­städ­ter CSU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter ist Rein­hard Brandl der Nach­fol­ger von Horst See­ho­fer. Den ma­chen vie­le mit­ver­ant­wort­lich für den Ab­sturz der CSU in den jüngs­ten Um­fra­gen. Brandl sieht See­ho­fer in­des nicht als Han­di­cap.

Auf der Ab­schluss­fo­to des Wahl­kampf­auf­tritts in In­gol­stadt An­fang der Wo­che strah­len Horst See­ho­fer und Mar­kus Sö­der um die Wet­te, als hät­te es zwi­schen ih­nen nie Zwist ge­ge­ben, Sie selbst bli­cken ge­nervt drein. Von die­ser Ins­ze­nie­rung? Rein­hard Brandl:

Die letz­ten Wo­chen im Wahl­kampf wa­ren an­stren­gend. Das Fo­to spie­gelt den­noch nicht mei­ne Stim­mung an die­sem Tag wi­der. Ich hof­fe, dass von den Schluss­ver­an­stal­tun­gen ein Si­gnal an die Wäh­ler aus­ging, in Bay­ern für sta­bi­le po­li­ti­sche Ver­hält­nis­se zu sor­gen.

Die Hoff­nung stirbt zu­letzt.

Die Stim­mung in der Be­völ­ke­rung ist bes­ser, als es die Um­fra­gen zei­gen. Die Wahr­heit liegt dann tat­säch­lich in der Ur­ne.

Ha­ben Sie Horst See­ho­fer zu­letzt als Bal­last bei Ih­rer Ar­beit in des­sen Hei­mat­stadt emp­fun­den?

Gar nicht. Horst See­ho­fer hat viel für Bay­ern und die Re­gi­on ge­tan. Das ver­ges­sen ihm die Leu­te nicht. Im Mo­ment be­wun­dern ihn die ei­nen da­für, dass er in Ber­lin sei­ne Li­nie durch­setzt, an­de­re leh­nen ihn da­für ab. Er ist ein Aus­nah­me­po­li­ti­ker, wie es ihn sel­ten gibt.

Ist das Be­wun­de­rung oder die Be­schrei­bung ei­nes Stur­kopfs?

Eher Be­wun­de­rung. Er ist seit über 40 Jah­ren Po­li­ti­ker, da­von meist in Spit­zen­po­si­tio­nen.

...und er hat noch im­mer nicht ge­nug...

Un­ab­hän­gig vom ta­ges­po­li­ti­schen Wel­len­schlag hat Horst See­ho­fer in der Re­gi­on ei­ne fes­te Ba­sis.

Blen­den die In­gol­städ­ter tat­säch­lich aus, dass er mit Sö­der im Dau­er­clinch liegt, stän­dig öf­fent­lich mit der Kanz­le­rin strei­tet, schon zu­rück­tre­ten woll­te, dann wie­der nicht?

Horst See­ho­fer strei­tet nicht mit Mar­kus Sö­der. Es mag da per­sön­li­che Dif­fe­ren­zen ge­ben, aber in­halt­lich zie­hen bei­de an ei­nem Strang.

Aber Sö­der hat See­ho­fer schon öf­fent­lich für die schlech­ten Um­fra­ge­wer­te ver­ant­wort­lich ge­macht.

Das ist aber kein in­halt­li­cher Streit, auch wenn ich nichts da­von hal­te, schon vor der Wahl Sün­den­bö­cke zu su­chen.

Stün­de die CSU oh­ne Horst See­ho­fer bes­ser da?

Horst See­ho­fer ist un­ser Par­tei­vor­sit­zen­der, und er wird es nach der Wahl blei­ben.

Fo­to: Jörg Cars­ten­sen/dpa

Der In­gol­städ­ter CSU-Ab­ge­ord­ne­te Rein­hard Brandl.

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