„Lie­ber Mar­tin, die Stadt braucht dich wei­ter­hin“

Gaildorfs Bür­ger­meis­ter Frank Zim­mer­mann ver­ab­schie­det Mar­tin Zecha aus dem Gre­mi­um.

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - RUNDSCHAU REGIONAL - Klaus Micha­el Oß­wald

Gaildorf. Die Ve­rän­de­rung ist seit ei­nem Vier­tel­jahr be­schlos­se­ne Sa­che. Nun ist sie of­fi­zi­ell: Mar­tin Zecha (66) hat nach 14 Jah­ren En­ga­ge­ment den Gaildor­fer Ge­mein­de­rat und da­mit auch die SPD-Frak­ti­on ver­las­sen.

„Kein An­lass zur Freu­de“

Am Mitt­woch­abend herrsch­te denn auch Ab­schieds­stim­mung im Wurm­brand­saal des Al­ten Schlos­ses: Bür­ger­meis­ter Frank Zim­mer­mann – „das ist wahr­lich kein An­lass zur Freu­de!“– ent­ließ den „Cha­rak­ter­kopf“mit herz­li­chen Wor­ten. Und zwar, wie Zecha am En­de mit ei­nem Au­gen­zwin­kern be­merk­te, in die „APO“– die „Au­ßer­par­la­men­ta­ri­sche Op­po­si­ti­on“. An­schlie­ßend ver­pflich­te­te Zim­mer­mann Chris­tel Hof­mann-Al­ber auf ihr Amt als Stadt­rä­tin (Be­richt folgt). Sie rück­te für Zecha ins Gre­mi­um – und er­höht da­mit die Frau­en­quo­te in­ner­halb der SPD-Frak­ti­on auf 50 Pro­zent.

Rat­haus­chef Zim­mer­mann wür­dig­te die „hoch­en­ga­gier­te“Ar­beit Zechas als Stadt­rat und Mit­glied ver­schie­de­ner Aus­schüs­se „über die Par­tei­gren­zen hin­weg. Für ihn ha­be im­mer der Bür­ger im Vor­der­grund ge­stan­den. Oh­ne den Ein­satz Zechas, der ge­zeigt ha­be, wie städ­ti­sches Kul­tur­le­ben funk­tio­nie­ren kön­ne, gä­be es in Gaildorf kei­ne Stadt­ma­ler. Die Fried­hofs­pla­nung, wie die Raum­ge­stal­tung des Frasch-Mau­so­le­ums zu ei­nem „neu­en wür­di­gen Tem­pel der Kul­tur“, ha­be er eben­so kri­tisch be­glei­tet wie als Stif­tungs­rat das Wer­den der Bür­ger­stif­tung.

Froh äu­ßer­te sich Zim­mer­mann dar­über, das Mar­tin Zecha wei­ter­hin den Pfer­de­markt­aus­schuss lei­tet, denn oh­ne den krea­ti­ven Kopf die­ses Gre­mi­ums wä­re das größ­te Volks­fest des Lim­pur­ger Lan­des nicht das, was es heu­te ist. Nicht um­sonst sei Zecha der Ers­te, der mit dem „Gro­ßen Pfer­de­markt-Or­den“aus­ge­zeich­net wur­de. Des Bür­ger­meis­ters Wunsch: „Bit­te en­ga­gie­re dich auch wei­ter­hin!“

Nun hofft Frank Zim­mer­mann, dass der Ex-Stadt­rat, „ein ech­ter Typ“, nicht von der Kom­mu­nal­po­li­tik las­sen kann: „Lie­ber Mar­tin, die Stadt braucht dich wei­ter­hin!“ Zecha hin­ter­las­se zwar gro­ße Fuß­stap­fen, er zweif­le je­doch nicht dar­an, dass sei­ne Nach­fol­ge­rin Chris­tel Hof­mann-Al­ber die­se aus­fül­len wer­de.

„Ihr wer­det mich ver­mis­sen“

Dem star­ken Bei­fall der Stadt­rä­te folg­te ein zag­haf­tes „Dan­ke­schön“des Ge­wür­dig­ten. Der so­gleich zeig­te, dass er sich nicht vom öf­fent­li­chen Le­ben zu­rück­zie­hen wird. Zecha, der Gar­ten­bau­in­ge­nieur, nann­te et­wa ein Wie­sen­pro­jekt, das er mit vor­be­rei­tet. Wei­ter leg­te er dem Ge­mein­de­rat ans Herz, die ver­dienst­vol­le Ar­beit von Stadt­se­nio­ren­rat und Zu­kunfts­werk­statt nicht aus den Au­gen zu ver­lie­ren.

Das war’s dann auch. „Ihr wer­det mich ver­mis­sen – aber nur in der Nach­sit­zung!“Sei­ner ver­schmitz­ten Be­mer­kung folg­te ein letz­tes „Ich bin dann mal weg!“

Fo­to: Klaus Micha­el Oß­wald

Prä­sent zum Ab­schied: Bür­ger­meis­ter Frank Zim­mer­mann (links) und der schei­den­de Stadt­rat Mar­tin Zecha.

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