Das ge­heim­nis­vol­le In­nen­le­ben

Met­zin­gen Drei Gym­na­si­as­ten tre­ten beim Re­gio­nal­wett­be­werb „Ju­gend forscht“an. Sie be­fas­sen sich mit der Fra­ge, wie sich Ten­nis­bäl­le in ih­re ein­zel­nen Kom­po­nen­ten zer­le­gen las­sen. Von Hart­mut Hol­der

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Ermstal -

Wie man Ten­nis­bäl­le sinn­voll wie­der­ver­wer­ten kann, ha­ben sich Lea Si­mic, Ben­ja­min Schenkl und Ja­ni­ne Mi­litsch über­legt. Am 23. und 24. Fe­bru­ar tre­ten die Met­zin­ger Gym­na­si­as­ten beim Wett­be­werb „Ju­gend forscht“an.

Kaum ei­ner macht sich Ge­dan­ken dar­über, was mit den gel­ben Filz­bäl­len nach ei­nem Tur­nier pas­siert. „Nach je­dem Grand­s­lam-tur­nier wer­den mehr als 50 000 Ten­nis­bäl­le ent­sorgt“, hat Ja­ni­ne Mi­litsch re­cher­chiert. Die 16 Jah­re al­te Gym­na­si­as­tin ge­hört zum Team um Che­mie­leh­rer Wolf­gang Bohn, das sich beim Wett­be­werb „Ju­gend forscht“im Re­gio­nal­wett­be­werb am 23. und Fe­bru­ar in der Stadt­hal­le in Don­z­dorf

Nach je­dem Grand-slam­tur­nier wer­den mehr als 50 000 Ten­nis­bäl­le ent­sorgt.

Ja­ni­ne Mi­litsch Gym­na­si­as­tin

prä­sen­tiert. Zwei Jah­re lang hat das Trio an sei­nem Pro­jekt ge­ar­bei­tet und da­bei so man­che St­un­de in­ves­tiert so­wie et­li­che Ten­nis­bäl­le in sei­ne Ein­zel­tei­le zer­legt.

Da­bei sind die Gym­na­si­as­ten auf durch­aus in­ter­es­san­te Fakten ge­sto­ßen. „Die Ten­nis­bäl­le wer­den stoff­lich nicht wie­der­ver­wer­tet“, er­klärt Ben­ja­min Schenkl. An­statt die Filz­bäl­le ein­fach zu zer­schred­dern, über­leg­ten sich die Gym­na­si­as­ten We­ge, die Ten­nis­bäl­le in ih­re Kom­po­nen­ten Gum­mi, Baum­wol­le, Ny­lon und Farb­stoff zu zer­le­gen. „Un­ser Ziel ist es, die Bäl­le ei­ner sinn­vol­len Wie­der­ver­wer­tung zu­zu­füh­ren“, fasst die 18 Jah­re al­te Lea Si­mic das au­ßer­ge­wöhn­li­che Pro­jekt zu­sam­men. Da­bei ha­ben die drei fest­ge­stellt, dass sich durch Er­wär­men der äu­ße­re Filz gut vom in­nen lie­gen­den Gum­mi tren­nen lässt. Das ge­schred­der­te Gum­mi lässt sich bei­spiels­wei­se im so ge­nann­ten Flüs­ter­asphalt ver­wen­den. Der Filz wie­der­um ent­hält Ny­lon, Baum­wol­le, Cel­lu­lo­se­ace­tat und Wol­le. Au­ßer­dem ist er gelb ge­färbt. An­fangs war das ein Pro­blem. Aber in ih­rer rund zwei­jäh­ri­gen For­schungs­ar­beit au­ßer­halb der re­gu­lä­ren Schul­zeit ha­ben die Gym­na­si­as­ten her­aus­ge­fun­den, dass sich der gel­be Farb­stoff re­la­tiv ein­fach in hei­ßem Was­ser löst.

Das Ny­lon im Filz wie­der­um kann durch Ko­chen in Amei­sen­säu­re ge­löst und da­durch in Rein­form ge­won­nen wer­den. Wei­te­re Ver­fah­ren las­sen die an­de­ren Kom­po­nen­ten von­ein­an­der tren­nen.

Lea Si­mic, Ben­ja­min Schenkl und Ja­ni­ne Mi­litsch (von links) tre­ten beim Wett­be­werb „Ju­gend forscht“in Don­z­dorf an. Fo­to: Hart­mut Hol­der

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