Zu we­nig Bäder, zu we­nig Zeit

Ver­ei­ne Laut DLRG kön­nen im­mer we­ni­ger Grund­schü­ler rich­tig schwim­men. Grund sei­en Bä­der­schlie­ßun­gen.

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Ermstal -

Bad Urach. Ei­gent­lich soll­ten al­le Kin­der spä­tes­tens am En­de ih­rer Grund­schul­zeit schwim­men kön­nen. Je­den­falls wenn es nach der Deut­schen Le­bens-ret­tungs-ge­sell­schaft (DLRG) geht. Doch die Rea­li­tät se­he an­ders aus: „Schwim­men ge­hört zu den ab­so­lu­ten Grund­kennt­nis­sen, ge­nau wie Lau­fen oder Spre­chen“, sagt Jür­gen Buch­fink, Bä­der­lei­ter und DLRG- Schwimm­aus­bil­der in Ko­ope­ra­ti­on mit vie­len Schu­len. „Die Frei­zeit­mög­lich­kei­ten im und am Was­ser neh­men von Jahr zu Jahr zu. Im Ur­laub kön­ne al­so auch ein Groß­stadt­kind und das auf dem Land lebt und sonst nie mit Ge­wäs­sern in Be­rüh­rung kommt, er­trin­ken.“

Fakt sei aber: Nach En­de der vier­ten Klas­se kann sich nur je­der zwei­te Grund­schü­ler si­cher über Was­ser hal­ten. Das ge­he aus ei­ner ent­spre­chen­den Be­fra­gung aus dem Jahr 2017 her­vor. Nicht nur zu we­nig Schwimm­bä­der, auch der Weg zu den Bä­dern ist für Kom­mu­nen ein Kos­ten­fak­tor, der im­mer öf­ter ge­nannt wird, be­dau­ert die DLRG. Wei­ter­hin zu hin­ter­fra­gen sei, war­um vie­le Kin­der zwar vol­ler Stolz das See­pferd­chen ma­chen, dann aber nie mehr im Schwimm­un­ter­richt auf­tau­chen.

Jür­gen Buch­fink geht so­gar noch ei­nen Schritt wei­ter: „Ge­ra­de die ers­ten drei Ab­zei­chen, al­so See­pferd­chen und die Schwimm­ab­zei­chen in Bron­ze und Sil­ber, sind mit un­se­rer Schwimm­aus­bil­dung gut zu meis­tern und brin­gen die Kin­der da­zu, auch in Se­en und Mee­ren gut und si­cher ba­den zu kön­nen.“

Sei­ne Ver­mu­tung ist, dass vie­le El­tern die Kin­der nicht mehr zum Schwim­men fah­ren wol­len oder kön­nen.

Durch Ko­ope­ra­ti­ons­maß­nah­men von Schu­len und der DLRG wer­de hier ei­ni­ges ab­ge­fan­gen. So wa­ren im ver­gan­ge­nen Jahr dank der Dlrg-orts­grup­pe Bad Urach aus den Grund­schu­len Bad Urach, Rö­mer­stein, West­er­heim und Gr­a­ben­stet­ten je­weils bis zu 30 Kin­der von Nicht­schwim­mern zu Schwim­mern aus­ge­bil­det wor­den. Und das nicht nur mit dem Ab­zei­chen See­pferd­chen, son­dern auch mit vie­len Deut­schen Ju­gend­schwimm­ab­zei­chen in Bron­ze, Sil­ber und Gold.

Mit die­sem er­folg­rei­chen Mo­dell leis­te die DLRG in der Re­gi­on seit über 25 Jah­ren ih­ren Bei­trag ge­gen den Er­trin­kungs­tod. „Ei­ne wahr­lich groß­ar­ti­ge Leis­tung“, so Bad Urachs Bür­ger­meis­ter El­mar Reb­mann. swp

Jür­gen Buch­fink bei der Schwimm­aus­bil­dung. Fo­to: Pri­vat

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