Sau­ter zeigt auf der Mes­se ei­ne Welt­neu­heit

Met­zin­gen Der Spe­zia­list für Werk­zeug­ma­schi­nen hat sei­nen Um­satz in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten deut­lich er­höht und kün­digt wei­te­re Neue­run­gen an. Von Pe­ter Kie­da­isch

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Vorderseite -

Met­zin­gen. Der Spe­zia­list für Werk­zeug­ma­schi­nen hat sei­nen Um­satz in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten deut­lich er­höht und kün­digt wei­te­re Neue­run­gen an.

Kom­men­de Wo­che be­ginnt in Stutt­gart die Mes­se AMB (Aus­stel­lung für Me­tall-be­ar­bei­tung). Sie ist weg­wei­send in der Bran­che, und zwar welt­weit. „Das ist un­se­re Haus- und Hei­mat­mes­se“, sagt Micha­el F. Rud­loff, der seit Be­ginn des Jah­res al­lei­ni­ger Ge­schäfts­füh­rer der Sau­ter Fein­me­cha­nik Gm­bh in Met­zin­gen ist. „Da hau­en wir rich­tig hin.“

Fast schon eu­pho­risch seh­nen Rud­loff und der neue Ver­triebs­lei­ter Fe­lix Schöl­ler den Auf­tritt in Stutt­gart her­bei. Was Sau­ter dort prä­sen­tiert, be­zeich­net Rud­loff als Re­vo­lu­ti­on: ein neu­es Pro­dukt, das zum kom­men­den Jahr nach­ge­rüs­tet und dann zu ei­nem voll­au­to­ma­ti­schen Werk­zeu­g­ro­bo­ter ge­reift sein wird, der nicht nur selbst­stän­dig ab­ge­nutz­tes Werk­zeug wech­selt, son­dern auch an­hand di­ver­ser Pa­ra­me­ter er­kennt, wann das Werk­zeug stumpf ist. Da­zu er­mit­telt das Ge­rät bei­spiels­wei­se die Schnitt­ge­schwin­dig­keit und die wäh­rend der Be­ar­bei­tung auf­tre­ten­den Vi­bra­tio­nen.

Bis­lang ist es so, dass vor dem Wech­sel des Re­vol­vers al­le Schrau­ben von Hand ge­löst und da­nach wie­der mit dem ex­akt vor­ge­schrie­be­nen Dreh­mo­ment an­ge­zo­gen wer­den müs­sen. „Das dau­ert gern mal ei­ne Drei­vier­tel­stun­de“, sagt Fe­lix Schöl­ler, und wenn meh­re­re Werk­stü­cke aus­ge­tauscht wer­den, steht die Pro­duk­ti­on auch mal drei St­un­den still. Nicht mehr mit dem Ro­bo­ter aus Sau­ter’schem Hau­se. Der amor­ti­siert sich frei­lich ins­be­son­de­re in Be­trie­ben, die Groß­se­ri­en fer­ti­gen. Wenn rund um die Uhr die Ma­schi­nen lau­fen, 24 St­un­den an sie­ben Ta­gen. Fir­men, die auf klei­ne­re Stück­zah­len spe­zia­li­siert sind, kön­nen in den Ge­nuss ei­ner et­was ab­ge­speck­ten Va­ri­an­te kom­men: Da wer­den zwar nur die Schrau­ben ge­löst und her­nach wie­der an­ge­zo­gen, das Werk­zeug selbst wird von Men­schen­hand ge­wech­selt. Aber auch das er­spart enorm viel Zeit: „Wir wer­den da­mit ganz neue Märk­te er­schlie­ßen.“

Mit dem im ver­gan­ge­nen Jahr vor­ge­stell­ten Rund­tisch hat Sau­ter be­reits ers­te Er­fol­ge. Zwei die­ser in­no­va­ti­ven Pro­duk­ti­ons­zen­tren hat Sau­ter be­reits her­ge­stellt und ver­kauft. Zu­vor frei­lich wer­den sie auf der AMB in Stutt­gart noch mal aus­ge­stellt. Die Zei­ten, da Sau­ter aus­schließ­lich Werk­zeu­g­re­vol­ver her­ge­stellt hat, sind vor­bei, sagt Rud­loff und ist froh dar­über, ob­wohl das Ge­schäft nicht schlecht läuft. Im lau­fen­den Jahr hat es deut­lich an Fahrt ge­won­nen. Bis­lang hat Sau­ter et­wa 100 Stück pro Wo­che pro­du­ziert, der­zeit sind es 150. Die Konjunktur ist gut, des­we­gen ar­bei­ten die Mit­ar­bei­ter der Pro­duk­ti­on im Zwei­schicht­be­trieb, die im La­ger gar in drei Schich­ten. Das Pro­blem mit den her­kömm­li­chen Werk­zeug­hal­tern aber ist das Um­feld. In die­ser Bran­che wird der Ku­chen un­ter zu vie­len Kon­kur­ren­ten auf­ge­teilt. Sau­ter et­wa macht dort neun Mil­lio­nen Eu­ro Um­satz, die Wett­be­wer­ber kom­men auf et­wa 30 Mil­lio­nen. Um­so wich­ti­ger sind für Sau­ter die neu­en Stand­bei­ne wie Rund­tisch und der voll- oder halb­au­to­ma­ti­sche Ro­bo­ter für den Werk­zeug­wech­sel. Das er­mög­licht auf Wachs­tums­märk­ten wie Chi­na oder USA ganz neue Chan­cen. Der Um­satz aus dem Jahr 2017 (65 Mil­lio­nen Eu­ro) wird das Un­ter­neh­men die­ses Jahr deut­lich über­tref­fen. Der Ge­schäfts­füh­rer pro­gnos­ti­ziert ein Plus von et­wa 30 Pro­zent.

In den kom­men­den Jah­ren (bis 2021) möch­te er die 100 Mil­lio­nen kna­cken. Er will nicht, er muss: „Das er­hält Ar­beits­plät­ze.“Und er ist zu­ver­sicht­lich, die­ses Ziel zu er­rei­chen. Er hat ei­ne neue Füh­rungs­ebe­ne ein­ge­zo­gen und Mit­ar­bei­ter ein­ge­stellt, die Spe­zia­lis­ten sind auf ih­rem je­wei­li­gen Ge­biet und die vor al­lem in­ter­na­tio­nal den­ken. Ne­ben dem Werk in Tai­wan wird Sau­ter ein zwei­tes in Asi­en er­öff­nen, in Shang­hai. Acht Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert Sau­ter in den Met­zin­ger Pro­duk­ti­ons­stand­ort. Die Ma­schi­nen sol­len ef­fek­ti­ver wer­den, zu­dem soll es wei­te­re Ver­suchs- und Prüf­stän­de ge­ben.

Jetzt freut sich je­den­falls der Teil der Be­leg­schaft, der für die Mes­se ein­ge­teilt ist, auf die kom­men­de Wo­che. Die Fahrt nach Stutt­gart und zu­rück wird ein Ri­tu­al. Da­zu hat Sau­ter ei­gens ei­nen Bus an­ge­mie­tet. Ei­nen Old­ti­mer aus dem Jahr 1958. Die Mes­se liegt schließ­lich vor der Haus­tür, und da, sagt Micha­el F. Rud­loff, „wird ver­tei­digt. Das hier ist Sau­ter­land.“

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Mit­ar­bei­ter sind bei Sau­ter Fein­me­cha­nik mit den Stand­or­ten in Ame­ri­ka und Asi­en be­schäf­tigt. In Met­zin­gen sind es der­zeit 352, da­von et­wa 40 Leih­ar­beits­kräf­te.

Micha­el F. Rud­loff und Fe­lix Schöl­ler (von links) freu­en sich auf die Mes­se in Stutt­gart. Fo­to: Thomas Kiehl

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