Neue Be­we­gung

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Themen Des Tages / Politik - Gün­ther Marx zu den Be­zie­hun­gen zu Russ­land

Nein, es ist ja nicht so, dass der Kontakt zwi­schen Berlin und Mos­kau in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ab­ge­ris­sen wä­re. Er blieb in­ten­siv trotz all der Span­nun­gen, aber man re­de­te an­ein­an­der vor­bei und tat sich ein biss­chen weh. Beim The­ma Krim stellt sich die an­de­re Sei­te bis heu­te so­gar taub. Was in sei­ner Un­ver­rück­bar­keit ver­mut­lich auch nicht mehr zu än­dern ist. Und im Ukrai­ne-kon­flikt be­tei­ligt sich Russ­land zwar of­fi­zi­ell im Rah­men des Minsk-pro­zes­ses an der Su­che nach ei­ner Frie­dens­lö­sung, ali­men­tiert aber wei­ter­hin in­of­fi­zi­ell die Se­pa­ra­tis­ten, die oh­ne den Zu­schuss Russ­lands längst am En­de wä­ren.

Aber jetzt, da die letz­te gro­ße Schlacht in Sy­ri­en be­vor­steht und die Fra­ge des Wie­der­auf­baus nä­her­rückt, ver­spürt der Kreml den Drang zur Wie­der­an­nä­he­rung; nicht nur des­halb, aber des­halb auch. Denn oh­ne west­li­che Hil­fe wird das kriegs­zer­stör­te Land nicht wie­der auf die Bei­ne kom­men. Deutsch­land und die EU knüp­fen die Hil­fe aber an Be­din­gun­gen. Sie wer­den As­sad, der nur des­halb noch an der Macht ist, weil Russ­land an sei­ner Sei­te mas­siv in den Krieg ein­ge­grif­fen hat, nicht Mil­li­ar­den über­wei­sen, da­mit er sein blu­ti­ges Re­gime fort­füh­ren kann.

Al­les ist mit al­lem ver­knüpft, kon­struk­ti­ve Schrit­te in Sy­ri­en mit sol­chen in Eu­ro­pa. Be­tei­ligt sich Russ­land an dem be­fürch­te­ten Blut­bad in Id­lib, wird es auch mit der von Russ­land wie der EU an­ge­streb­ten Re­no­vie­rung des ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Hau­ses nichts; in des­sen Räu­men, um im Bild zu blei­ben, Russ­land or­dent­lich ran­da­liert hat und auch wei­ter die Span­nung hoch­hält. Es bleibt ein schwie­ri­ger Dia­log, in den jetzt aber mög­li­cher­wei­se neue Be­we­gung kommt.

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