Bie­te­rin be­hält Bank­sy-bild

Der Künst­ler tauft sein ge­schred­der­tes Werk in „Lie­be ist im Ei­mer“um. Der Wert hat sich na­he­zu ver­dop­pelt.

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Feuilleton -

Pa­ris. Die Käu­fe­rin des teil­wei­se zer­stör­ten Bank­sy-bil­des „Girl with Bal­loon“will das Bild be­hal­ten. Als es nach der Ver­stei­ge­rung durch ei­nen Schred­der rutsch­te, „war ich zu­nächst ge­schockt“, teil­te die an­ony­me Samm­le­rin über das Lon­do­ner Auk­ti­ons­haus Sothe­by’s mit. Doch sie ha­be be­grif­fen, „dass ich an mein ei­ge­nes Stück Kunst­ge­schich­te ge­langt war“. Be­zahlt hat sie 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro, jetzt wird das Werk auf zwei Mil­lio­nen Eu­ro ge­schätzt.

Die Frau hat­te das Werk, das ein Mäd­chen und ei­nem herz­för­mi­gen ro­ten Bal­lon zeigt, vor ei­ner Wo­che bei Sothe­by’s er­stei­gert. Un­mit­tel­bar nach­dem der Ham­mer ge­fal­len war, er­tön­te ein Alarm­si­gnal und ein im Rah­men ver­steck­ter Reiß­wolf zer­schnitt das nach un­ten rut­schen­de Werk zur Hälf­te in Strei­fen.

Bank­sy hat sich ei­nen Tag spä­ter zu dem Streich be­kannt. Sein Werk nann­te er in „Lo­ve is in the Bin“(Lie­be ist im Ei­mer) um.

„Bank­sy zer­stör­te kein Kunst­werk bei der Auk­ti­on, er schaff­te ein Neu­es“, sag­te der Lei­ter der Ge­gen­warts­kunst-ab­tei­lung bei Sothe­by’s, Alex Branc­zik. „Lo­ve is in the Bin“sei welt­weit das ers­te Werk, das wäh­rend ei­ner Ver­stei­ge­rung ge­schaf­fen wor­den sei.

Der Chef der fran­zö­si­schen Kunst­preisagen­tur Art­pri­ce, Thier­ry Ehr­mann, sag­te der Nach­rich­ten­agen­tur AFP, er schät­ze den Wert jetzt­auf über zwei Mil­lio­nen Eu­ro. Auch der fran­zö­si­sche Kunst­kri­ti­ker Mi­kaël Fau­jour glaubt, dass die Über­res­te noch wert­vol­ler sind als das ur­sprüng­li­che Werk. „Bank­sy mag glau­ben, dass er durch das Zer­stö­ren sei­nes Werks den Ka­pi­ta­lis­ten ge­scha­det hat, die es ge­kauft ha­ben“, sag­te er der Zei­tung „Ar­ten­si­on“. „Da irrt er.“

Der Bri­te Bank­sy, der sei­ne Iden­ti­tät ge­heim hält, ist der be­kann­tes­te Graf­fi­ti-künst­ler der Welt. Auf dem Bil­der-netz­werk Ins­ta­gram ver­öf­fent­lich­te er jetzt ein Vi­deo vom Ein­bau des Schred­ders in den Rah­men und zi­tier­te den Künst­ler Pa­blo Pi­cas­so mit den Wor­ten „der Drang zu zer­stö­ren ist ein krea­ti­ver Drang“.

Auch hier täuscht Bank­sy sein Pu­bli­kum: Das Zi­tat stammt von dem rus­si­schen An­ar­chis­ten Mich­ail Baku­nin aus dem 19. Jahr­hun­dert. afp

Un­ten hän­gen die Strei­fen raus: Bank­sys Skan­dal­bild. Fo­to: Bank­sy/press As­so­cia­ti­on Images/dpa

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