Was vom Die­be üb­rig­blieb

Südwest Presse (Ulm) - - Südwestumschau -

Was in Ver­bre­chern vor­geht, lässt sich ja in vie­len Fäl­len nicht ge­nau sa­gen. Gera­de wenn es um ab­sei­ti­ge­re Kri­mi­na­li­täts­be­rei­che geht, ver­lässt den Nor­mal­bür­ger doch rasch das Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Nicht um­sonst wer­den oft Psych­ia­ter als Gut­ach­ter in Ge­rich­ten be­müht, um müh­sam zu er­grün­den, wel­che Schalt­krei­se im Tä­ter-kopf nicht so rich­tig funk­tio­nie­ren.

Dass selbst ein sim­pler Ein­bruch zum An­lass tie­fen­psy­cho­lo­gi­scher Spu­ren­su­che wer­den kann, zeigt nun ein Vor­fall in Gun­dels­heim (Kreis Heil­bronn). Dort ist laut Po­li­zei ein Dieb in ei­ne Ga­ra­ge ein­ge­drun­gen. Er klau­te ein Au­to­ra­dio samt Ver­stär­ker – ließ aber auch et­was zu­rück. Näm­lich, wie soll man es aus­drü­cken: ei­nen Kot­hau­fen.

Die Po­li­zei rät­selt. Es kom­me zwar durch­aus öf­ter vor, dass Ein­bre­cher ei­nen per­sön­li­chen Fä­kal-gruß am Tat­ort hin­ter­las­sen. Die Mo­ti­va­ti­on aber bleibt im Dun­keln. Psy­cho­ana­ly­ti­ker Sig­mund Freud wür­de ver­mut­lich über die „ana­le Pha­se“sin­nie­ren. Doch sol­che Spe­ku­la­tio­nen wird sich „Land am Rand“, nun ja, ver­knei­fen.

Was Be­trof­fe­nen stinkt, muss für Spu­ren­si­che­rung und Er­mitt­ler kein sprich­wört­li­cher Griff ins Klo sein, im Ge­gen­teil. Bei­spiel­ge­bend ist ein Fall, der sich 2015 in Mün­chen zu­trug. Auch dort hat­te ein Mit­glied ei­ner fünf­köp­fi­gen Tre­sor­kna­cker­ban­de am Tat­ort nicht an sich hal­ten kön­nen. Po­li­zis­ten nah­men von der Hin­ter­las­sen­schaft ei­ne Dna-pro­be – und lan­de­ten da­mit ei­nen Tref­fer in der Fahn­dungs­da­tei. We­nig spä­ter schlos­sen sich ei­ser­ne Schel­len um die (hof­fent­lich ge­wa­sche­nen) Hän­de.

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