An­trä­ge auf Bau­kin­der­geld jetzt mög­lich

Von Di­ens­tag an kann der Zu­schuss fürs Ei­gen­heim bei der KFW be­an­tragt wer­den.

Südwest Presse (Ulm) - - Wirtschaft -

für die Be­trof­fe­nen bit­ter, aber auch für die Fir­men. Da­her ha­ben sich mehr als 100 Un­ter­neh­men im Süd­wes­ten in der Initia­ti­ve „Blei­be­recht für Ge­flüch­te­te in Ar­beit“zu­sam­men­ge­schlos­sen.

In Bay­ern gibt es im­mer wie­der Meldungen über Ab­schie­bun­gen, ob­wohl die Flücht­lin­ge in Ar­beit sind. Wie sieht es im Süd­wes­ten aus?

Ich ha­be kon­kre­te Kennt­nis von ei­nem Aus­zu­bil­den­den, der aus der Aus­bil­dung her­aus­ge­ris­sen wur­de, trotz der 3+2-Re­ge­lung. Da­nach dür­fen die­se Men­schen ei­gent­lich ih­re Aus­bil­dung ma­chen und an­schlie­ßend zwei Jah­re ar­bei­ten. Vie­le wei­te­re Ein­zel­fäl­le sind noch nicht ent­schie­den und lie­gen bei Ge­richt. Wir ge­hen da­her da­von aus, dass sich die Zahl er­hö­hen wird.

Wie wirkt sich das aus?

Das ver­un­si­chert die Flücht­lin­ge, aber auch die Be­trie­be. Ich fin­de es stark, wenn un­se­re Fir­men ih­ren Bei­trag für die Zu­kunft und die In­te­gra­ti­on leis­ten, Zeit und Geld in die Aus­bil­dung die­ser jun­gen Men­schen ste­cken. Aber sie brau­chen Pla­nungs­si­cher­heit.

Ha­ben Sie Ver­ständ­nis für Ab­schie­bung in sol­chen Fäl­len?

Ehr­lich ge­sagt: nein. War­um Be­hör­den mit Ab­schie­bun­gen bei Men­schen be­gin­nen, die be­gon­nen ha­ben sich zu in­te­grie­ren durch Aus­bil­dung oder Ar­beit, ist mir schlei­er­haft. Das ent­spricht zwar der Rechts­la­ge, ist aber an­ge­sichts des Be­darfs nicht klug.

Wel­chen Aus­weg se­hen sie?

Die Po­li­ti­ker soll­ten sich ei­nen Ruck ge­ben. Wir brau­chen bald ei­nen be­fris­te­ten Spur­wech­sel.

Was mei­nen Sie da­mit?

Im kom­men­den Ein­wan­de­rungs­ge­setz soll­te es für für die­je­ni­gen, die zwi­schen 2014 und 1.9.2018 nach Deutsch­land ge­kom­men sind, ei­ne Blei­be­reg­lung ge­ben: Wenn sie ei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen ha­ben oder dau­er­haft so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tigt sind, oh­ne straf­recht­lich auf­fäl­lig ge­wor­den zu sein, dür­fen sie blei­ben. Das wür­de die da­ma­li­ge Son­der­si­tua­ti­on sinn­voll re­geln. Gleich­zei­tig wä­re das ei­ne kla­re Re­ge­lung nach vor­ne, um die ak­tu­el­len Ängs­te der Be­völ­ke­rung ernst zu neh­men und kei­nen dau­er­haf­ten An­reiz zu ge­ben. Berlin. Ei­gent­lich soll­te es schon im Au­gust mög­lich sein, das neue Bau­kin­der­geld zu be­an­tra­gen. Jetzt geht es tat­säch­lich los: Von 18. Sep­tem­ber an kön­nen Fa­mi­li­en und Al­lein­er­zie­hen­de An­trä­ge für den Zu­schuss bei der Staats­bank KFW stel­len. Für je­des Kind un­ter 18 Jah­ren zahlt der Bund zehn Jah­re lang je­weils 1200 €. Al­ler­dings gibt es ei­ne Ober­gren­ze beim zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men: Bei ei­nem Kind be­trägt sie 90 000 € im Jahr. Für je­des wei­te­re er­höht sie sich um 15 000 €. Die An­trä­ge müs­sen on­line im Zu­schusspor­tal der KFW ge­stellt wer­den, und zwar erst nach dem Ein­zug. Im In­ter­net gibt es auch Hin­wei­se auf wei­te­re Kfwför­der­pro­gram­me.

Ent­schei­dend ist, dass der no­ta­ri­el­le Kauf­ver­trag zwi­schen dem 1. Ja­nu­ar 2018 und dem 31. De­zem­ber 2020 ab­ge­schlos­sen wird. Bei Neu­bau­ten muss zu­dem die Bau­ge­neh­mi­gung in die­sem Zei­t­raum er­teilt wer­den. Es wird auch rück­wir­kend ge­zahlt. Den Zu­schuss gibt es al­ler­dings nur beim erst­ma­li­gen Neu­bau oder Er­werb von Woh­nungs­ei­gen­tum zur Selbst­nut­zung. Wem be­reits ei­ne selbst ge­nutz­te oder ver­mie­te­te Im­mo­bi­lie ge­hört, geht leer aus. Zu­dem fällt die För­de­rung weg, wenn die Im­mo­bi­lie ver­kauft oder ver­mie­tet wird.

Das ent­spricht der Rechts­la­ge, ist aber mit Blick auf den Fach­kräf­te­be­darf nicht klug.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.