Fall Frei­burg: Fra­gen an die Jus­tiz

Ge­gen den mut­maß­li­chen Haupt­tä­ter wur­de we­gen vie­ler Vor­fäl­le er­mit­telt. War­um lief er frei her­um?

Südwest Presse (Ulm) - - Südwestumschau -

Stutt­gart. Im Fall der Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung in Frei­burg ge­rät nach der Po­li­zei nun auch die Jus­tiz in den Fo­kus par­la­men­ta­ri­scher Nach­for­schun­gen. Die Re­gie­rungs­frak­tio­nen Grü­ne und CDU for­dern von Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf (CDU) In­for­ma­tio­nen über Ab­läu­fe der Ver­fol­gung frü­he­rer Straf­ta­ten des mut­maß­li­chen Haupt­tä­ters Ma­jd H.

„Wir wol­len von Mi­nis­ter Wolf wis­sen: War sich die Jus­tiz der Ge­fähr­lich­keit des In­ten­sivstraf­tä­ters be­wusst an­ge­sichts der Se­rie an Straf­ta­ten? War be­kannt, dass er ei­ne Ge­fahr für die Öf­fent­lich­keit dar­stellt?“, er­klärt der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-frak­ti­on, Jür­gen Fi­li­us. Es ste­he die Fra­ge im Raum, „ob hier im­mer die rich­ti­gen Schlüs­se ge­zo­gen wur­den“. Sein Cdu-kol­le­ge Bern­hard La­sot­ta er­gänzt: „Wir wol­len Trans­pa­renz in die Sa­che brin­gen.“

Wolf soll am 22. No­vem­ber im Stän­di­gen Aus­schuss öf­fent­lich be­rich­ten, et­wa wie vie­le und wel­che Ta­ten der Ver­däch­tig­te be­gan­gen hat, wie die­se von der Jus­tiz be­ar­bei­tet wur­den und war­um es erst am 5 Ok­to­ber zu ei­nem Haft­be­fehl kam.

Die Lis­te frü­he­rer Straf­ta­ten, die H. zur Last ge­legt wer­den, ist lang. Wie meh­re­re Me­di­en be­rich­te­ten, lie­fen oder lau­fen ge­gen den 22-jäh­ri­gen Sy­rer be­reits seit län­ge­rem zahl­rei­che Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Ge­walt-, Se­xu­al- und Rausch­gift­de­lik­ten. Trotz­dem konn­te er sich frei be­we­gen, sei­ne Ver­haf­tung wur­de of­fen­bar auf­ge­scho­ben.

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