Der Mann lässt tief bli­cken

Mi­ka­el Pers­brandt zeigt sich ger­ne von sei­ner har­ten Sei­te, be­herrscht die wei­che aber eben­so

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen -

Der schwe­di­sche Schau­spie­ler Mi­ka­el Pers­brandt hat in sei­nem Le­ben und sei­ner Kar­rie­re schon viel aus­pro­biert. Heu­te ist der 51-Jäh­ri­ge auf 3sat in dem preis­ge­krön­ten Dra­ma „In ei­ner bes­se­renWelt“zu se­hen. Stock­holm. Schwer zu glau­ben, dass Mi­ka­el Pers­brandt mit sei­nen un­schul­dig drein­bli­cken­den, blau­en Au­gen be­reits mehr­fach we­gen di­ver­ser Al­ko­hol­ex­zes­se und Dro­gen­de­lik­te vor Ge­richt stand – zu­letzt 2014. Noch un­glaub­wür­di­ger aber ist die Tat­sa­che, dass der Schau­spie­ler mit sei­nen 1,91 Me­tern Männ­lich­keit sei­ne Kar­rie­re als Bal­lett­tän­zer be­gon­nen hat.

Be­reits nach sei­nem ers­ten En­ga­ge­ment, Ing­mar Berg­mans Ins­ze­nie­rung von Sha­ke­speares „ Ein Som­mer­nachts­traum“, brach er sei­ne Tanz­aus­bil­dung je­doch ab und be­schloss, Schau­spie­ler zu wer­den. Bei ei­nem sei­ner Kell­ner­jobs traf er auf den Re­gis­seur Stig Lars­son – nicht zu ver­wech­seln mit dem Au­tor Stieg Lars­son – und teil­te ihm selbst­be­wusst mit: „Ich bin gut, du wirst mich brau­chen kön­nen“. Lars­son be­setz­te ihn dar­auf­hin 1990 in ei­nem TVFilm, in des­sen Fol­ge Pers­brandt re­gel­mä­ßig klei­ne­re Rol­len im TV und Theater er­hielt.

Be­kannt wur­de der Schwe­de ab 1997 durch die Kri­mi­rei­he „Kom­mis­sar Beck“als zu un- Mi­ka­el Pers­brandt spielt im os­car­prä­mier­ten Dra­ma „In ei­ner bes­se­ren Welt“ei­nen dä­ni­schen Arzt, der über­zeug­ter Pa­zi­fist ist – aus­ge­rech­net zu Hau­se in Dä­ne­mark wird das für ihn zum Pro­blem. kon­ven­tio­nel­lenMe­tho­den nei­gen­der Po­li­zist Gun­vald Lars­son. Vor­aus­sicht­lich in die­sem Jahr wer­den vier neue Fol­gen der Rei­he zu se­hen sein. Dar­auf re­du­ziert wer­den möch­te Pers­brandt al­ler­dings nicht: „Ach, im­mer die­ser Kom­mis­sar Beck. Ich ha­be über sech­zig Fil­me ge­dreht und min­des­tens zwan­zig Rol­len am Theater ge­spielt“.

Zu sei­nen Ar­bei­ten zäh­len „ Co­de­na­me: Me­di­zin­mann“, die Se­rie „Ver­dict Re­vi­sed – Un­schul­dig ver­ur­teilt“und „Die Pa­tin“mit Ve­ro­ni­ca Fer­res – Pers­brandt ver­half dem TV-Thril­ler zu un­er­war­te­ter Qua­li­tät.

2011 spiel­te er die Haupt­rol­le in dem Os­car- und Gol­den- Globe-prä­mier­ten Dra­ma „In ei­ner bes­se­ren Welt“der dä­ni­schen Re­gis­seu­rin Su­san­ne Bier, 2012 über­zeug­te er in „Agent Ha­mil­ton“als Ac­tion­held. Au­ßer­dem war er in den bei­den letz­tenTei­len von „Der Hob­bit“als Be­orn mit von der Par­tie so­wie 2014 in dem dä­ni­schen Ra­che-Wes­tern „The Sal­va­ti­on“. Dar­in spiel­te er zum wie­der­hol­ten Ma­le an der Sei­te sei­nes dä­ni­schen Kol­le­gen und Freun­des Mads Mik­kel­sen.

Der Ber­li­na­le- Bei­trag von 2014, „So­meo­ne You Lo­ve“mit Pers­brandt, hat bis heu­te kei­nen deut­schen Start­ter­min. Auch dem Theater ist der Mi­me treu ge­blie­ben. Steht er ein­mal nicht auf der Büh­ne oder vor der Ka­me­ra, fährt der zwei­fa­che Va­ter lei­den­schaft­lich gernMo­tor­rad­und Au­to­ren­nen und en­ga­giert sich für Unicef.

FOTO: 3SAT

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