Der Glas 1700, ei­ne ab­so­lu­te Ra­ri­tät

Saarbruecker Zeitung - - Hallo Saarland -

Ru­dolf Dörr aus Ep­pel­born stellt die Li­mou­si­ne Glas 1700 vor. Die Au­to­mar­ke Glas aus Bay­ern ken­nen heu­te nur noch we­ni­ge. Der her­vor­ra­gend er­hal­te­ne Old­ti­mer ist ei­ne Sel­ten­heit. Der Glas 1700 war ei­ne neu ent­wi­ckel­te sport­li­che Mit­tel­klas­se­li­mou­si­ne der Hans Glas Gm­bH aus dem bay­ri­schen Din­gol­fing. Ge­baut wur­de der Wa­gen von Sep­tem­ber 1964 bis En­de 1967 in ei­ner Stück­zahl von 13.789 Ex­em­pla­ren. Ele­gan­te Li­ni­en­füh­rung und der von Glas als ers­tem Her­stel­ler ver­wen­de­te Zahn­rie­men im Mo­to­ren­bau kenn­zeich­nen die­se Li­mou­si­ne. Der Pro­to­typ wur­de als Glas 1500 im Sep­tem­ber 1963 auf der IAA vor­ge­stellt.

Aber das auf der IAA ge­zeig­te Mo­dell war noch kei­nes­wegs se­ri­en­reif. Bei den nach­fol­gen­den Er­pro­bun­gen stell­te sich her­aus, dass der gro­ße Wa­gen mit dem 1,5-Li­ter-Mo­tor für ei­ne sport­li­che Li­mou­si­ne viel zu schwer­fäl­lig war. So such­te Glas sein Heil in ei­ner Hu­b­raum­ver­grö­ße­rung. Im Sep­tem­ber 1964, ein Jahr nach der Prä­sen­ta­ti­on des Pro­to­typs, er­schien der Glas 1700 mit 1682 Ku­bik­zen­ti­me­tern Hu­b­raum und ei­ner Leis­tung von 80 PS (59 kW). Die Li­mou­si­ne brach­te es da­mit im­mer­hin auf 150 km/h Höchst­ge­schwin­dig­keit. Im Sep­tem­ber 1965 wur­de die Mo­tor­leis­tung auf 85 PS (62,5 kW) er­höht. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit be­trug nun 155 km/h.

Im No­vem­ber 1966 wur­de die Glas Gm­bH für 9,1 Mil­lio­nen DM von BMW über­nom­men. Die Glas Au­to­mo­bil­wer­ke in Din­gol­fing wur­den Be­stand­teil der Baye­ri­schen Mo­to­renwer­ke und mit der Zeit wur­den die Glas-Mo­del­le aus der Pro­duk­ti­on ge­nom­men.

So exis­tie­ren heu­te von die­sen Mo­del­len nur noch ganz we­ni­ge Ex­em­pla­re. Ei­nes die­ser Ex­em­pla­re ist in mei­nem Be­sitz. Es ist ei­ner der letz­ten Glas 1700, der vom Band lief. Er wur­de schon mit BMW-Em­blem auf der Rad­kap­pen aus­ge­lie­fert. Ich ha­be den Wa­gen 1967 ge­kauft und bin da­mit bis zu mei­ner Pen­sio­nie­rung täg­lich zur Ar­beit ge­fah­ren.

Wer den Wa­gen in na­tu­ra se­hen möch­te, hat da­zu auf den di­ver­sen Old­ti­mer­tref­fen im Saar­land Ge­le­gen­heit, z.B. in Ott­wei­ler, Le­bach oder St. Ing­bert. Ru­dol­fDörr

Ep­pel­born

Ein sel­te­ner An­blick: Der Glas 1700 wur­de An­fang der 60er Jah­re in Din­gol­fing ge­baut,...

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