Für Frank­furts „Tat­ort“gilt: Das Bes­te kommt zum Schluss

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen -

Tat­ort: Das Haus am En­de der Stra­ße, Sonn­tag, 20.15 Uhr, ARD: Dumm ge­lau­fen: Sechs Wod­ka und ei­ne Fla­sche Rot­wein las­sen den Mör­der ei­nes klei­nen Mäd­chens un­ge­scho­ren da­von­kom­men. Und kos­ten Haupt­kom­mis­sar Stei­er (Joa­chim Król) die Di­enst­mar­ke. Aber es war ja schon län­ger klar, dass das schwe­re Al­ko­hol­pro­blem den frus­trier­ten Po­li­zis­ten ir­gend­wann ein­ho­len wür­de. Seit ihn die fre­che Con­ny Mey ver­las­sen hat, ist er so­wie­so nicht mehr der Al­te. Weil der Hes­sen- Sen­der die Tra­di­ti­on des For­mats fort­führt, ist auch klar, dass es für den de­pres­si­ven Er­mitt­ler we­nigs­tens ei­nen denk­wür­di­gen Aus­stand ge­ben wür­de. So spen­dier­ten ihm die Autoren (Micha­el Pro­ehl; Erol Yesil­ka­ya) ei­nen Ab­gang mit Pau­ken­schlag: in Form ei­nes leicht ver­sem­mel­ten Re­so­zia­li­sie­rungs­ver­suchs. Den wuppt Król mit Ar­min Roh­de als star­kem Ge­gen­spie­ler auf­Au­gen­hö­he. Eben zwei Al­pha­männ­chen un­ter sich – und nichts für „Tat­ort“- Ge­wohn­heits­tie­re! Denn Re­gis­seur Sebastian Mar­ka setzt da­mit ein fast schon Sart­re’sches Kam­mer­spiel in Sze­ne, un­ter­legt mit coo­lem Sound von Chet Ba­ker und El­liott Smith. Und selbst wenn das Psy­cho­du­ell im Kel­ler ei­ner Frank­fur­ter Vil­la mit­un­ter recht kon­stru­iert da­her­kommt: Joa­chim Król gibt als au­tis­ti­scher Bul­le ei­ne sei­ner über­zeu­gends­ten Vor­stel­lun­gen. Wie so oft halt: Das Bes­te kommt zum Schluss!

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