Bloß nichts weg­wer­fen!

Saarbruecker Zeitung - - Standpunkt - Von Pia Rolfs

Das Le­ben wird im­mer kom­pli­zier­ter. So soll der mo­der­ne Mensch ei­ner­seits viel aus­mis­ten oder tei­len – um zu zei­gen, dass er sein Le­ben auf das We­sent­li­che re­du­zie­ren kann. An­de­rer­seits wird er an­ge­hal­ten, kei­ne Le­bens­mit­tel weg­zu­wer­fen. Das aber ist fast un­mög­lich – zu­min­dest, wenn der Kon­su­ment ge­le­gent­lich Obst, Ge­mü­se oder Brot isst, de­ren Le­bens­zeit meist schon im Su­per­markt ab­ge­lau­fen ist. Al­so muss er auf Ab­ge­pack­tes und Fer­tig­ge- rich­te zu­rück­grei­fen – oder in Im­bis­se und Kan­ti­nen ge­hen, wo Le­bens­mit­tel di­rekt in sei­nen Ma­gen weg­ge­wor­fen wer­den. Da­ge­gen wie­der­um spricht die obers­te Re­gel des mo­der­nen Es­sens: Du sollst Dich ge­sund er­näh­ren. Bis­wei­len kann der mo­der­ne Mensch die­se Wi­der­sprü­che nur er­tra­gen, in­dem er sich über sie lus­tig macht. Aber Ach­tung! Das soll­te er ei­gent­lich auch nicht. Denn man­che sa­gen beim Lach­an­fall: „Ich schmeiß’ mich weg.“Und das ist vor Ablauf des ei­ge­nen Halt­bar­keits­da­tums nun wirk­lich nicht er­laubt.

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