Saar-In­nen­mi­nis­ter greift Stadt Saar­brü­cken an

Bouil­lon zieht über Kom­mu­nen, Krei­se und gro­ße Ko­ali­ti­on her

Saarbruecker Zeitung - - Erste Seite - Von SZ-Re­dak­teu­rin No­ra Ernst

In ei­ner Brand­re­de hat Saar-In­nen­mi­nis­ter Klaus Bouil­lon (CDU) die Lan­des­haupt­stadt we­gen feh­len­der Spar­be­mü­hun­gen at­ta­ckiert. Auch Ab­läu­fe in der gro­ßen Ko­ali­ti­on des Saar­lan­des griff er da­bei an. Saar­brü­cken. Der saar­län­di­sche In­nen­mi­nis­ter Klaus Bouil­lon (CDU) hat die po­li­ti­sche Füh­rung der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken fron­tal an­ge­grif­fen – und zu­gleich Kri­tik an der schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­on im Land ge­äu­ßert. Auf ei­ner Ver­an­stal­tung des Wirt­schafts­rats der CDU am Mon­tag rüg­te er, Saar­brü­cken pla­ne sei­nen Haus­halt, „als wür­de es kei­ne Ge­set­ze ge­ben“. Ei­gent­lich müs­se die Stadt ei­nen har­ten Spar­plan in Form ei­nes Sa­nie­rungs­haus­halts vor­le­gen, da sie über- schul­det sei. Dies wer­de in­ner­halb der gro­ßen Ko­ali­ti­on aber blo­ckiert. Saar­brü­ckens Bür­ger­meis­ter Ralf Latz (SPD) wen­de sich da­für an den Frak­ti­ons­chef der SPD im Land­tag, der kon­tak­tie­re den CDU-Frak­ti­ons­chef und Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU), die schließ­lich ihn, Bouil­lon, an­spre­che.

Bouil­lon er­klär­te: „Ich las­se al­les plat­zen, es geht so nicht.“Die Kom­mu­nen müss­ten beim Spa­ren ih­re Haus­auf­ga­ben ma­chen, dann kön­ne das Land Zu­ge­ständ­nis­se ma­chen. „Wer sich nicht be­müht, kriegt gar nichts“, so der In­nen­mi­nis­ter. Die Lan­des­haupt­stadt ha­be in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren 1,7 Mil­li­ar­den Eu­ro vom Land er­hal­ten. „Wo ist das Geld?“, frag­te Bouil­lon. Saar­brü­cken ha­be ei­ne Frau­en­bi­blio­thek, ei­nen Fahr­rad­be­auf­trag­ten und „fünf Bei­ge­ord­ne­te“– „da fra­ge ich, ist denn das nö­tig?“. Auch bei den Per­so­nal­kos­ten schie­ße die Stadt „den Vo­gel ab“: 100 Mil­lio­nen Eu­ro für über 2500 Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Di­enst.

Bouil­lon er­klär­te, er sei über­zeugt, dass ei­ne Ge­biets­re­form kom­men müs­se, wenn auch erst nach 2017. Er deu­te­te auch an, dass er sich ei­ne Ab­schaf­fung der Land­krei­se vor­stel­len kön­ne: Man müs­se prü­fen, ob drei Ver­wal­tungs­ebe­nen not­wen­dig sei­en.

Hef­ti­ge Kri­tik üb­te er am in­nen­po­li­ti­schen Spre­cher der SPD-Frak­ti­on, Magnus Jung. Die­ser sei von vorn­her­ein „ge­gen ei­ne Re­form, ge­gen ei­ne Fu­si­on von Kom­mu­nen“. Da müs­se die CDU „klipp und klar in den Clinch“.

Klaus Bouil­lon

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