Mit Tas­sen wird dem gro­ßen Leck be­geg­net

Saarbruecker Zeitung - - Standpunkt -

Zum SZ-Ar­ti­kel „Wo Saar­län­der selbst für ih­re Si­cher­heit sor­gen“(Aus­ga­be vom 21. Fe­bru­ar)

Ich ent­stam­me ei­ner Po­li­zis­ten­fa­mi­lie und ha­be mir nach die­sem Ar­ti­kel ein­mal vor­ge­stellt, was wohl ge­sche­hen wä­re, wenn ich vor Jah­ren ge­weis­sagt hät­te, ir­gend­wann sei ein­mal der An­lass ge­ge­ben, dass Bür­ger ei­ne „Bür­ger­wehr“grün­den müs­sen, um sich vor Straf­ta­ten zu schüt- zen: Je­der hät­te mich mit Recht für ver­rückt er­klärt. Nun ist es al­so ein­ge­tre­ten, was mich im Grun­de sehr be­schämt. Für mich ist die­se Si­tua­ti­on auf ein mas­si­ves Ver­sa­gen der Po­li­tik zu­rück­zu­füh­ren. An­ge­fan­gen hat es mit der Po­li­zei­re­form, da­nach hat je­de wei­te­re Re­gie­rung, gleich wel­cher Cou­leur, sich naht­los an­ge­schlos­sen, mit dem Ab­bau von Stel­len im Po­li­zei­und Voll­zugs­dienst. Ver­gleich­bar mit ei­nem le­cken Schiff, wo ei­ne Pum­pe nach der an­de­ren ab­ge­zo­gen wird und die Pas­sa­gie­re mit Töp­fen und Tas­sen schöp­fen müs­sen, um zu ver­hin­dern, dass sie zu Scha­den kom­men. Fred Heck, Neun­kir­chen

Sehr ge­ehr­ter Herr Heck, die Initia­ti­ven von Bür­gern in Sit­ters­wald oder auch am Gips­berg in Mer­zig ge­gen Ein­bruchs­dieb­stäh­le könn­te man pes­si­mis­tisch als Aus­druck ei­nes be­sorg­nis­er­re­gen­den Trends se­hen – des Rück­zugs ei­nes über­for­der­ten Staa­tes, der sei­ne Auf­ga­ben an die Bür­ger rück­über­trägt. Al­ler­dings: Die Po­li­zei war bei der Ein­bruchs­be­kämp­fung schon im­mer auf die Hil­fe der Bür­ger an­ge­wie­sen – auch vor der Po­li­zei­re­form. Dass sich Be­woh­ner ab­spre­chen, ab­wech­selnd im Vier­tel Au­gen und Oh­ren of­fen zu hal­ten, se­he ich da­her we­ni­ger kri­tisch: eher als Form prak­ti­zier­ter Nach­bar­schafts­hil­fe. Ihr Ul­rich Bren­ner

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