Deut­scher Staats­haus­halt mit Re­kord-Über­schüs­sen

Al­le staat­li­chen Ebe­nen pro­fi­tie­ren von star­ker Konjunktur

Saarbruecker Zeitung - - Wirtschaft -

Re­kord­be­schäf­ti­gung und die gu­te Konjunktur ha­ben 2014 reich­lich Geld in die öf­fent­li­chen Kas­sen ge­spült: Eu­ro­pas Mus­ter­schü­ler Deutsch­land hat den höchs­ten Über­schuss beim Staats­haus­halt seit 14 Jah­ren er­wirt­schaf­tet.

Wies­ba­den. Die Be­schäf­ti­gung ist auf Re­kord­ni­veau, die Löh­ne stei­gen, und dank des bil­li­gen Öls ha­ben Ver­brau­cher und Un­ter­neh­men mehr Geld in der Ta­sche: Das schiebt die Konjunktur an und füllt die öf­fent­li­chen Kas­sen. Wäh­rend die Re­gie­run­gen in an­de­ren Eu­ro-Län­dern wei­ter mit De­fi­zi­ten zu kämp­fen ha­ben, über­stie­gen die Ein­nah­men des deut­schen Staa­tes 2014 zum drit­ten Mal in Fol­ge sei­ne Aus­ga­ben. Ins­ge­samt er­wirt­schaf­te­ten Bund, Län­der, Ge­mein­den und So­zi­al­ver­si­che­rung 2014 ein Haus­halts­plus von 18 Mil­li­ar­den Eu­ro, wie ges­tern das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wies­ba­den mit­teil­te. Der Fi­nan­zie­rungs­über­schuss des Staa­tes klet­ter­te auf 0,6 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung und ist der höchs­te seit dem Jahr 2000.

Erst­mals seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung 1990 er­ziel­ten al­le staat­li­chen Ebe­nen ei­nen Über­schuss. Ein Haupt­grund für die gu­te Ent­wick­lung in den Staats­kas­sen ist die Konjunktur, die zum Jah­res­en­de kräf­tig Fahrt auf­nahm: Die deut­sche Wirt­schafts­leis­tung (BIP) stieg 2014 trotz der Kri­sen in der Welt um 1,6 Pro­zent.

Da­bei klet­ter­te das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) von Ok­to­ber bis De­zem­ber um 0,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­quar­tal, be­stä­tig­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt. Das lag be­son­ders an der un­ge­bro­che­nen Kauf­lust der Ver­brau­cher: Die pri­va­ten Haus­hal­te er­höh­ten ih­re Kon­sum­aus­ga­ben noch­mals kräf­tig um 0,8 Pro­zent.

Auch die An­la­ge­inves­ti­tio­nen ent­wi­ckel­ten sich po­si­tiv: Vor al­lem in Bau­ten wur­de deut­lich mehr in­ves­tiert (plus 2,1 Pro­zent) als im drit­ten Quar­tal. Zu­dem stie­gen die In­ves­ti­tio­nen in Aus­rüs­tun­gen (plus 0,4 Pro­zent) und sons­ti­ge An­la­gen (plus 0,2 Pro­zent). Im Au­ßen­han­del leg­ten die Ex­por­te zum Vor­quar­tal um 1,3 Pro­zent zu, die Im­por­te er­höh­ten sich um 1,0 Pro­zent.

Auch die Aus­sich­ten für 2015 sind ro­sig. Das dürf­te die Fi­nanz­mi­nis­ter von Bund und Län­dern freu­en. Im Ja­nu­ar kas­sier­ten Bund und Län­der 43,2 Mil­li­ar­den Eu­ro Steu­ern – 4,1 Pro­zent mehr als vor ei­nem Jahr. Die Steu­er­ein­nah­men des Bun­des klet­ter­ten um 8,1 Pro­zent, die der Län­der um 2,7 Pro­zent. dpa

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