Raz­zia ge­gen mut­maß­li­che Steu­er­be­trü­ger

Lu­xem­bur­ger Com­merz­bank-Toch­ter un­ter Ver­dacht

Saarbruecker Zeitung - - Wirtschaft -

Frank­furt. Steu­er­raz­zia bei der Com­merz­bank: Nach In­for­ma­tio­nen von „Süd­deut­scher Zei­tung“, NDR und WDR durch­such­ten Straf­ver­fol­ger und Fahn­der ges­tern un­ter an­de­rem die Zen­tra­le des Dax-Kon­zerns in Frank­furt. Mit­ar­bei­ter der Lu­xem­bur­ger Toch­ter der Com­merz­bank ste­hen dem­nach im Ver­dacht, in gro­ßem Stil Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung ge­leis­tet zu ha­ben. Die Durch­su­chun­gen hät­ten vor al­lem im Rhein­land, in Hes­sen und Rhein­land-Pfalz statt­ge­fun­den. Die Köl­ner Staats­an­walt­schaft er­mitt­le in meh­re­ren hun­dert Fäl­len we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung und Bei­hil­fe da­zu. In ei­ni­gen Fäl­len ge­he es auch um den Ver­dacht der Geld­wä­sche. Wie viel Geld vor dem Fis­kus ver­steckt wor­den sei, sei noch un­klar. Die ge­schätz­te Sum­me rei­che von et­li­chen hun­dert Mil­lio­nen Eu­ro bis zu ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro, schrieb die Zei­tung. Die Af­fä­re dreht sich den Be­rich­ten zu­fol­ge um frag­wür­di­ge Off­s­hore- Ge­schäf­te. Lu­xem­bur­ger Ban­ken, Ver­mö­gens­ver­wal­ter und An­wäl­te sol­len meh­re­ren tau­send Kli­en­ten aus al­ler Welt ge­hol­fen ha­ben, Ver­mö­gen in Brief­kas­ten­fir­men in Über­see vor dem Fis­kus zu ver­ste­cken. Grund­la­ge des Ver­fah­rens ist dem Bericht zu­fol­ge ein Da­ten­satz, den die nord­rhein-west­fä­li­schen Fi­nanz­be­hör­den vor ei­ni­ger Zeit ge­kauft hat­ten.

Dem Bericht zu­fol­ge war die Ak­ti­on be­reits für De­zem­ber ge­plant. Sie sei ver­scho­ben wor­den, weil die Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft in Luxemburg ein Rechts­hil­fe­er­su­chen von deut­scher Sei­te ab­ge­lehnt ha­be. Dem­nach woll­ten die deut­schen Straf­ver­fol­ger ei­nen Lu­xem­bur­ger Ver­mö­gens­ver­wal­ter „durch­leuch­ten“, der in der An­ge­le­gen­heit ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­le. Nord­rhein-West­fa­lens Fi­nanz­mi­nis­ter Norbert Wal­terBor­jahns (SPD) wer­fe Luxemburg vor, den Fall nicht ge­mein­sam auf­klä­ren zu wol­len. afp/dpa

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