Mis­ter Wan­del­bar

John Cu­sack ent­wi­ckel­te sich vom Te­e­nie-Star zum se­riö­sen Schau­spie­ler

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen -

Als Te­e­nie-Star mach­te er sich be­reits in den 1980er Jah­ren ei­nen Na­men. Ko­mö­di­en gel­ten als sei­ne Pa­ra­de­dis­zi­plin. Heu­te zeigt sich John Cu­sack auf Ka­bel 1 im Thril­ler „Das Urteil“von sei­ner ernst­haf­ten Sei­te. Chi­ca­go. „Ich ha­be zehn gu­te Fil­me ge­macht. Die mi­se­ra­blen ten­die­re ich aus­zu­blen­den. Es ist, als wä­re ich nie da­bei­ge­we­sen. Aber das ist okay.“John Cu­sack kann sich die­sen nüch­ter­nen Blick auf sei­ne Kar­rie­re leis­ten. Im­mer­hin steht der heu­te 48-Jäh­ri­ge seit Kin­der­ta­gen vor der Ka­me­ra und hat be­ruf­lich schon ei­ni­geHö­hen- und Tief­flü­ge er­lebt. „Nur Sexskan­da­le hat­te ich noch kei­ne“, stell­te er in ei­nem an­de­ren Interview fest. „Bin aber of­fen für An­ge­bo­te“.

Trotz sei­ner Non­cha­lance ab­seits der Film­sets ist der 1966 im US-Bun­des­staat Il­li­nois ge­bo­re­ne John Paul Cu­sack ein ernst­haf­ter Zeit­ge­nos­se, der sich re­gel­mä­ßig zu ak­tu­el­len po­li­ti­schen und ge­sell­schaft­li­chen The­men zu Wort mel­det. Auch in sei­nen Fil­men tritt Cu­sack vor­nehm­lich als sym­pa­thi­scher An­ti-Held auf, ein Rol­len­bild, das ihm seit Be­ginn sei­ner Kar­rie­re an­haf­tet. Mit Auf­trit­ten in der Ko­mö­die „Te­en Lo­ver“oder dem Film „Der Voll­tref­fer“, in dem Cu­sack als ver­krach­ter Li­te­ra­tur­stu­dent das Herz sei­ner John Cu­sack glänzt in „Das Urteil“als Ju­ry-Mit­glied bei ei­nem Prozess ge­gen ei­nen Amok­schüt­zen. Als Nick Eas­ter zieht er ma­ni­pu­la­tiv die Fä­den. Kom­mi­li­to­nin Al­ison er­obert, wur­de er in den 80er Jah­ren zum Te­enager- Star, be­vor er in den 90ern mit Ar­bei­ten für Ro­bert Alt­man, Woo­dy Al­len oder Cl­int East­wood sei­ne Wan­del­bar­keit be­wei­sen konn­te.

Der end­gül­ti­ge Durch­bruch folg­te 1997 mit den Er­folgs­fil­men „Con Air“so­wie „Ein Mann, ein Mord“, den Cu­sack mit sei­ner neu ge­grün­de­ten Fir­ma „New Cri­me Pro­duc­tions“auch selbst pro­du­zier­te. Dar­auf­hin glänz­te der Ak­teur im Kriegs­epos „Der schma­le Grat“, das sich auf den Ro­man „Die In­sel derVer­damm­ten“von Ja­mes Jo­nes stützt. Sein ko­mö­di­an­ti­sches Ta­lent durf­te der Mi­me 1999 im skur­ri­len Er­folgs­film „Being John Mal­ko­vich“er­neut un­ter Be­weis stel­len. In „High Fi­de­li­ty“glänz­te Cu­sack als zy­ni­scher Plat­ten­la­den­be­sit­zer mit Lie­bes­kum­mer. Es folg­ten Dut­zen­de wei­te­rer Pro­duk­tio­nen, die sei­ne Of­fen­heit für al­le er­denk­li­chen Gen­res zeig­ten.

John Cu­sack tritt in jähr­lich durch­schnitt­lich zwei Fil­men auf und pen­delt er­folg­reich zwi- schen Groß­pro­duk­tio­nen wie „Zim­mer 1408“, „Das Urteil“oder „2012“so­wie klei­nen In­de­pen­dent-Per­len à la „Gra­ce is Go­ne“oder „Grand Pia­no“, wo er an der Sei­te von Eli­jah Wood auf­trat. Im Kino war Cu­sack zu­letzt in „Maps to the Stars“als Psy­cho­lo­ge zu se­hen. 2015 stellt der Schau­spie­ler ein­mal mehr sei­ne Wan­del­bar­keit un­ter Be­weis: Im Ac­tion­film „Dra­gon Bla­de“agiert er an der Sei­te von Ja­ckie Chan.

FOTO: KA­BEL 1

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.