Ge­lun­ge­ner Auf­takt der neu­en Rei­he, der Lust auf mehr macht

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen -

Ne­ben der Spur – Ad­re­na­lin, Mon­tag, 20.15 Uhr, ZDF: Braucht es wirk­lich noch mehr Kri­mis im deut­schen Fern­se­hen? Wenn sie so gut ge­macht sind wie die ers­te Ver­fil­mung aus der Kri­mi­rei­he des aus­tra­li­schen Au­tors Micha­el Ro­bo­tham, dann ja, un­be­dingt! Der Film wirkt, nicht zu­letzt in sei­ner düs­te­ren Bild­spra­che, nicht deutsch, son­dern eu­ro­pä­isch, wie die gro­ßen Kri­mi-Vor­bil­der aus Skan­di­na­vi­en und Groß­bri­tan­ni­en. Die Haupt­fi­gur „Joe“Jes­sen ist ein Psych­ia­ter, dem die mensch­li­chen Ab­grün­de bes­tens ver­traut sind. Ge­ra­de hat er die Dia­gno­se Par­kin­son er­hal­ten, er ist an­ge­schla­gen, das per­fek­te Op­fer für ei­nen psy­cho­pa­thi­schen Mör­der, der ihm zwei Ta­ten in die Schu­he schie­ben will. Ul­rich Noe­then spielt Jes­sen nu­an­cen­reich. Er kann ei­nem leid­tun, doch ist er nicht ganz un­schul­dig an sei­ner Si­tua­ti­on. Mit Kom­mis­sar Vin­cent Ruiz (Ju­er­gen Mau­rer) hat er ei­nen knall­har­ten Ge­gen­spie­ler, ei­nen un­an­ge­neh­men Ma­cho, der ihn ab­fäl­lig als „Hu­ren­ver­ste­her“ti­tu­liert. Künf­tig er­mit­teln sie ge­mein­sam, die zwei­te Roman­ver­fil­mung ist be­reits ab­ge­dreht. Ni­ko­lai Kin­ski als Psy­cho­pa­then zu be­set­zen, ist ein mu­ti­ges Un­ter­fan­gen, schließ­lich ist sein Va­ter Klaus der wohl be­rühm­tes­te Psy­cho­path der deut­schen Film­ge­schich­te. Doch der Sohn meis­tert sei­ne Auf­ga­be mit Bra­vour, denn er ver­sucht nicht, sei­nen pol­tern­den Über-Va­ter nach­zu­ah­men, ganz im Ge­gen­teil.

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