Fünf­ein­halb Mi­nu­ten „Se­kun­den­schlaf“

Saar­län­di­scher Kurz­film räumt beim New Yor­ker Online-Film-Fes­ti­val „100 Hour Film Race“vier Prei­se ab

Saarbruecker Zeitung - - Kultur Regional - Von SZ-Mit­ar­bei­te­rin Ni­co­le Ba­ronsky-Ott­mann

Das macht ih­nen so schnell kei­ner nach! Mit ih­rem Film „Se­kun­den­schlaf“– der al­ler­dings doch sat­te fünf­ein­halb Mi­nu­ten dau­ert – ha­ben die Saar­län­der Marc An­dré Mis­man und Tim Klein beim New Yor­ker Online-Film­Fes­ti­val „100 Hour Film Race“gleich vier Prei­se ge­won­nen. Dar­un­ter ist auch der mit 1500 Dol­lar do­tier­te Haupt­preis.

Saar­brü­cken. Der Kurz­film „Se­kun­den­schlaf“dau­ert nur fünf­ein­halb Mi­nu­ten und ist trotz­dem pa­ckend und span­nend, auch we­gen sei­nes un­er­war­te­ten En­des.

Wenn man ihn ge­se­hen hat, ver­steht man, dass das Werk der bei­den saar­län­di­schen Film­schaf­fen­den Marc An­dré Mis­man und Tim Klein beim New Yor­ker Online-Film-Fes­ti­val „100 Hour Film Race“gleich vier Prei­se ge­won­nen hat, dar­un­ter auch den mit 1500 Dol­lar do­tier­ten Haupt­preis.

„Das war ei­ne Rie­sen­über­ra­schung, als wir in Wolf­gang Reebs Saar­brü­cker Kunst- und Kul­tur­club ,Die Win­zer’ sa­ßen und online sa­hen, dass wir ge­won­nen ha­ben. Zu­mal Wolf­gang Reeb und Ro­bert Prinz­ler die bei­den Schau­spie­ler des Films sind“, er­zählt Marc An­dré Mis­man mit brei­tem Lä­cheln.

Für Ka­me­ra­mann Tim Klein und Dreh­buch­au­tor Marc An­dré Mis­man ist die­ser Er­folg ei­ne Be­stä­ti­gung, ih­ren be­ruf­li­chen Weg wei­ter­zu­ver­fol­gen. Denn leicht ist es nicht, als jun­ger und frei ar­bei­ten­der Film­schaf­fen­der im Ge­schäft Fuß zu fas­sen. Da­bei war es für bei­de schon im­mer klar, dass sie in der Film­bran­che ar­bei­ten wol­len. Tim Klein, in Saar­brü­cken ge­bo­ren, hat nach di­ver­sen Prak­ti­ka beim Saar­län­di­schen Rund­funk ei­ne Aus­bil­dung zum Ka­me­ra-As­sis­ten­ten ge­macht. Da­nach zog es ihn nach Thai­land, wo er als Tauch­leh­rer und Un­ter­was­ser­ka­me­ra­mann ar­bei­te­te.

„2010 bin ich dann nach New York. Dort ha­be ich noch ein In­ten­siv-Stu­di­um an ei­ner Film­aka­de­mie ab­sol­viert. Und seit­her bin ich frei tä­tig“, er­zählt er. Mitt­ler­wei­le ar­bei­te­te er an ver­schie­de­nen Film­pro­jek­ten, die auch schon beim Max- Op­hül­sP­reis ge­zeigt wur­den. „Im Mo­ment ent­schei­det sich, ob ich hier blei­be oder doch wie­der in die USA ge­he. Das hängt aber auch vom Vi­sum ab.“Die Zeit im Saar­land nutzt er, in­dem er mit sei­nem Freund und Kol­le­gen Marc An­dré Mis­man zu­sam­men­ar­bei­tet. „Wir ha­ben schon bei mei­nem Di­plom­film zu­sam­men­ge­ar­bei­tet“, er­klärt Marc An­dré Mis­man, der Dreh­buch­au­tor und Re­gis­seur von „Se­kun­den­schlaf“.

Mis­man ist eben­falls Saar­län­der. Auch er woll­te schon im­mer als Film­schaf­fen­der ar­bei­ten. „Aber ich muss­te lan­ge Um­we­ge ge­hen, um hier­hin zu kom­men“, sagt er und lacht. Ei­ner der Um­we­ge, war sein Stu­di­um an der HBK Saar: „Das ist kei­ne Film­hoch­schu­le, aber ich ha­be mich dort im­mer mit Ani­ma­ti­on und Fil­men be­schäf­tigt.“Nach dem Di­plom im Jahr 2009 folg­te ein Auf­bau­stu­di­um an der Kunst­hoch­schu­le für Me­di­en in Köln: „Da ha­be ich Dreh­buch und Re­gie stu­diert.“Seit sei­nem Ab­schluss ar­bei­tet der zwei­fa­che Va­ter frei­be­ruf­lich, macht Wer­be­fil­me und Ani­ma­tio­nen. Und da­ne­ben auch Kurz­fil­me, die er auf Fes­ti­vals zeigt. „Letz­tes Jahr sag­te ich zu Tim: Komm, lass’ uns was Neu­es ma­chen. Und da Fil­me ma­chen nor­ma­ler­wei­se lan­ge dau­ert, war die Aus­schrei­bung des 100 Hour Film Race in New York ge­nau das Rich­ti­ge.“

Denn da hat­ten sie nur vier Ta­ge Zeit, ih­ren Kurz­film zu dre­hen – von der ers­ten Idee bis zum fer­ti­gen Vi­deo.

„Se­kun­den­schlaf“, Kurz­film von Marc An­dré Mis­man und Tim Klein, zu se­hen un­ter Face­book: face­book.com/se­kun­den­schlaf. film

FOTO: IRIS MAU­RER

Die „Se­kun­den­schlaf“-Ma­cher: Marc An­dré Mis­man (l.) und Tim Klein.

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