Blu­ti­ger Nach­bar-Streit um fünf Zie­gen und ein Strom­ka­bel

Saarbruecker Zeitung - - Land / Region -

Zwei Nach­barn strit­ten über ei­nen Zaun, fünf Zie­gen und ein Strom­ka­bel. Ei­ner griff zum Mes­ser und stach sein Ge­gen­über nie­der. Jetzt stand der Mann vor dem Land­ge­richt und wur­de zu ei­ner Haft­stra­fe von vier Jah­ren ver­ur­teilt.

Saar­brü­cken. Nach ei­nem blu­ti­gen Nach­bar­schafts­streit in der Lan­des­haupt­stadt hat das Land­ge­richt ei­nen Mann we­gen ver­such­ten Tot­schlags und ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu vier Jah­ren Ge­fäng­nis ver­ur­teilt. Der 49-Jäh­ri­ge hat­te sei­nen Nach­barn mit ei­nem Mes­ser in den Ober­kör­per ge­sto­chen. Der Ver­letz­te ver­lor rund zwei­ein­halb Li­ter Blut und konn­te nur durch ei­ne No­tope­ra­ti­on ge­ret­tet wer­den. Der An­ge­klag­te gab vor Ge­richt den bei­na­he töd­li­chen An­griff zu. Er ent­schul­dig­te sich und er­klär­te sich be­reit, Schmer­zens­geld in Hö­he von 10 000 Eu­ro zu zah­len.

Die bei­den Män­ner wa­ren am 22. Ok­to­ber 2014 am Stadt­rand an­ein­an­der ge­ra­ten. Dort liegt die Wie­se des Nach­barn, auf der Zie­gen wei­den. Der spä­te­re An­ge­klag­te war an je­nem Tag ne­ben­an ak­tiv und durch­schnitt da­bei den Grenz­zaun. Dar­auf­hin lie­fen die fünf Zie­gen weg. Ihr Ei­gen­tü­mer muss­te sie wie­der ein­fan­gen und zu­rück auf die Wie­se brin­gen. Da­bei traf er auf ei­nem schma­len Pfad den 49-Jäh­ri­gen und mein­te laut An­kla­ge­schrift sinn­ge­mäß: „Eh, Du Arsch. Was machst Du den Zaun auf. Weißt Du, was al­les pas­sie­ren kann, wenn die Zie­gen auf die Stra­ße lau­fen?“

An­schlie­ßend be­schimpf­ten sich die bei­den Män­ner ge­gen­sei­tig. Schließ­lich stan­den sie mit ge­senk­ten Köp­fen und Kopf an Kopf ge­gen­über. Aber der et­was jün­ge­re und grö­ße­re Nach­bar hob den Kopf wie­der und ging da­von. Da­bei kün­dig­te er an, dass er we­gen der gan­zen Grenz­strei­tig­kei­ten das Strom­ka­bel zur Gar­ten­hüt­te des 49-Jäh­ri­gen durch­schnei­den wer­de. Das Ka­bel lau­fe schließ­lich über ein Grund­stück sei­ner Fa­mi­lie. Dar­auf­hin lief der leicht al­ko­ho­li­sier­te An­ge­klag­te nach Fest­stel­lung des Ge­richts hin­ter­her und stach mit sei­nem Mes­ser zu. Er traf den lin­ken Ober­kö­per des Nach­barn, ver­letz­te die Lun­ge und das Zwerch­fell. Dann flüch­tet der 49-Jäh­ri­ge.

Da­zu die Rich­ter: Wer mit ei­nem Mes­ser in den Ober­kör­per ei­nes Men­schen ste­che, neh­me den Tod des Ver­letz­ten zu­min­dest bil­li­gend in Kauf. Das sei ein ver­such­ter Tot­schlag. Da­für sei im kon­kre­ten Fall die Haft­stra­fe von vier Jah­ren an­ge­mes­sen. wi

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