Ab­mah­nung für Face­book

Ver­brau­cher­schüt­zer kri­ti­sie­ren das so­zia­le Netz­werk für sei­ne Nut­zungs­be­din­gun­gen

Saarbruecker Zeitung - - Internet - Von dpa-Mit­ar­bei­te­rin Jessica Binsch

Im Streit um die neu­en Nut­zungs­be­digun­gen bei Face­book ha­ben die Ver­brau­cher­zen­tra­len das Netz­werk ab­ge­mahnt. 19 Klau­seln ver­stie­ßen ge­gen deut­sches Recht. Face­book weist die Vor­wür­fe zu­rück.

Berlin. Der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len hält 19 Punk­te in den Nut­zungs­re­geln von Face­book für rechts­wid­rig. Der Ver­band hat des­we­gen das Online-Netz­werk ab­ge­mahnt. Face­book wies die Vor­wür­fe ges­tern zu­rück: Das Un­ter­neh­men sei sich si­cher, dass die seit En­de Ja­nu­ar gel­ten­den neu­en Nut­zungs­be­din­gun­gen den Ge­set­zen ent­sprä­chen.

Der Ver­band kri­ti­siert ins­be­son­de­re die Aus­wer­tung von Nut­zer­da­ten zur Ver­knüp­fung mit Wer­bung. „Für den Ver­brau­cher er­schließt sich nicht auf den ers­ten Blick, wann wel­che Da­ten für wel­che Zwe­cke ver­wen­det wer­den“, er­klär­te die Ver­brau­cher­zen­tra­le. Nach deut­schem Recht dür­fen Un­ter­neh­men per­sön­li­che Da­ten nur ver­wer­ten, wenn die Nut­zer dem zu­stim­men. Die­se Ein­wil­li­gung feh­le bei Face­book.

Face­book hat nun Zeit, bis zum 16. März auf die Ab­mah­nung des vzbv zu re­agie­ren. Wenn das Netz­werk sich wei­gert, ei­ne vom Ver­band ein­ge­for­der­te Un­ter­las­sungs­er­klä­rung zu un­ter­schrei­ben, könn­ten die Ver­brau­cher­schüt­zer vor Ge­richt Kla­ge ein­rei­chen. .

Die Ver­brau­cher­schüt­zer wer­fen Face­book in ih­rer Stel­lung­nah­me vor, das ei­ge­ne Ge­schäfts­mo­dell zu ver­harm­lo­sen. „Face­book ist und bleibt kos­ten­los“, heißt es auf der An­mel­de-Sei­te des Netz­werks. „So kos­ten­los ist Face­book eben nicht“, sag­te Carola El­brecht, Ex­per­tin für Di­gi­ta­les bei den Ver­brau­cher­zen­tra­len. „Es ist ja kein Ge­heim­nis, dass Face­book mit den Da­ten sei­ner Nut­zer Geld ver­dient. Aber trotz­dem wird der Wer­be­cha­rak­ter ver­schlei­ert. Die Da­ten füh­ren ja zu den Ge­win­nen.“Die ei­ge­nen Da­ten sei­en „ein sehr kost­ba­res Gut“, sag­te die Ju­ris­tin. Nut­zer soll­ten nicht zu frei­gie­big da­mit um­ge­hen. Der Ver­band will mit der Ab­mah­nung er­rei­chen, dass Face­book die Klau­seln än­dert. Da­ten­schüt­zer und Po­li­ti­ker hat­ten die zehn Re­geln deut­lich kri­ti­siert, die Face­book En­de Ja­nu­ar ein­ge­führt hat­te.

Face­book wies die Be­schwer­de zu­rück. „Wir sind zu­ver­sicht­lich, dass die Ak­tua­li­sie­run­gen dem gel­ten­den Recht ent­spre­chen“, er­klär­te ein Spre­cher des Un­ter­neh­mens. Die Ver­brau­cher­zen­tra­len selbst hät­ten ge­lobt, dass die Be­din­gun­gen nun ein­fa­cher zu ver­ste­hen sei­en. „Nach ei­ner ers­ten Ein­schät­zung sind wir über­rascht, dass sich der vzbv auf be­ste­hen­de Richt­li­ni­en und Funk­tio­nen fo­kus­siert, die seit zehn Jah­ren von Face­book und an­de­ren On­li­ne­diens­ten ver­wen­det wer­den. Da­zu ge­hört, dass Men­schen mit ih­ren ech­ten Na­men auf un­ser Platt­form sind.“

Face­book ver­wies auf die iri­sche Da­ten­schutz­be­hör­de, mit der man re­gel­mä­ßig über Nut­zungs­be­din­gun­gen spre­che. Das Un­ter­neh­men führt sei­ne Ge­schäf­te in Eu­ro­pa von Ir­land aus, da­her sind die dor­ti­gen Da­ten­schüt­zer zu­stän­dig. Die Ver­brau­cher­zen­tra­len ha­ben in Deutsch­land be­reits US- Gi­gan­ten wie Goog­le­recht­lich zu Än­de­run­gen in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ge­zwun­gen. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) stärk­te den Ver­brau­cher­schüt­zern den Rü­cken. Der Ver­band „greift be­rech­tig­te Kri­tik­punk­te auf.“

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