Man­gel am Neu­wa­gen be­rech­tigt zum Tausch

Käu­fer ha­ben vie­ler­lei Rech­te auf Ent­schä­di­gung, wenn ihr neu­es Au­to Ma­cken auf­weist

Saarbruecker Zeitung - - Motor -

Berlin. (np) Wer an sei­nem Neu­wa­gen Män­gel fest­stellt, hat ein Recht auf Ent­schä­di­gung. Da­zu ge­hö­ren et­wa ein Er­satz­fahr­zeug oh­ne Man­gel so­wie die Mög­lich­keit, den Kauf rück­gän­gig zu ma­chen. Die deut­schen Ver­kehrs­rechts­an­wäl­te be­rich­ten, dass ein Käu­fer von sei­nem Ver­trags­part­ner – in der Re­gel ei­nem Au­to­haus – un­ent­gelt­li­che Nach­bes­se­run­gen ver­lan­gen kann, wenn er an sei­nem Neu­wa­gen in­ner­halb der ers­ten sechs Mo­na­te ei­nen Man­gel fest­stellt. Als Män­gel gel­ten zum Bei­spiel ei­ne an­de­re Aus­stat­tung als be­stellt, ein zu ho­her Kraft­stoff­ver­brauch oder ei­ne un­zu­rei­chen­de Brems­leis­tung. Fällt der Man­gel erst spä­ter auf, aber in­ner­halb der ers­ten zwei Jah­re, muss der Käu­fer be­wei­sen, dass der Man­gel be­reits beim Kauf vor­lag.

Der Händ­ler darf nach­bes­sern Wel­che Leis­tun­gen dem Käu­fer ei­nes man­gel­haf­ten Neu­wa­gens zu­ste­hen, un­ter­schei­det sich von Fall zu Fall. Als Faust­for­mel gilt: Je ge­fähr­li­cher und schwer­wie­gen­der ein Man­gel ist, des­to we- ni­ger Nach­bes­se­rungs­ver­su­che muss man hin­neh­men, ehe man vom Kauf zu­rück­tre­ten kann. Der so­ge­nann­te Rück­tritts­an­spruch er­mög­licht es, den man­gel­haf­ten Wa­gen ge­gen ein man­gel­frei­es Fahr­zeug aus­zu­tau­schen. „Nor­ma­ler­wei­se müs­sen Käu­fer dem Ver­trags­part­ner zwei Nach­bes­se­run­gen zu­ge­ste­hen, ehe ein An­recht auf ein an­de­res Fahr­zeug be­steht“, er­klärt Chris­ti­an Jan­ec­zek. Er ist Rechts­an­walt und Ver­kehrs­rechts­ex­per­te im deut­schen An­walt­ver­ein in Berlin. Zur Be­sei­ti­gung der Män­gel kann der Käu­fer dem Ver­trags­part­ner ei­ne Frist set­zen. Üb­lich sind je nach Um­fang des Man­gels zwei Wo­chen. Soll­te die Frist nicht ein­ge­hal­ten wer­den, kann eben­falls ein so­for­ti­ger An­spruch auf ein man­gel­frei­es Au­to be­ste­hen oder man kann den Fahr­zeug­kauf rück­gän­gig ma­chen. Ne­ben Nach­bes­se­rung und Rück­tritts­an­spruch sind auch ei­ne Min­de­rung des Kauf­prei­ses so­wie Scha­den­er­satz­zah­lun­gen mög­lich. Da­zu muss dem Ver­käu­fer je­doch ein Ver­schul­den nach­ge­wie­sen wer­den.

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