Maa­ßen spricht von An­zei­gen ge­gen Un­be­kannt

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN DES TAGES -

Rund 1300 Men­schen de­mons­trier­ten für Pres­se­frei­heit und die Ein­stel­lung der Er­mitt­lun­gen ge­gen den Blog Netz­po­li­tik.org. Po­li­tik und Ver­fas­sungs­schutz sind um Dee­s­ka­la­ti­on be­müht.

Berlin. Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent Hans- Ge­org Maa­ßen hat trotz hef­ti­ger Pro­tes­te sein Vor­ge­hen ge­gen das Durch­ste­chen ge­hei­mer Do­ku­men­te aus sei­nem Hau­se ver­tei­digt. Ein Spre­cher des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) be­ton­te je­doch ges­tern, es han­de­le sich um An­zei­gen ge­gen Un­be­kannt, nicht ge­gen Jour­na­lis­ten oder Blog­ger. Dem Bun­des­amt geht es dem Ver­neh­men nach vor al­lem dar­um her­aus­zu­fin­den, auf wel­chen We­gen die In­for­ma­tio­nen zu den Jour­na­lis­ten des In­ter­net­por­tals Netz­po­li­tik.org ge­lang­ten. Maa­ßen sag­te der „Bild am Sonn­tag“(BamS): „Um die wei­te­re Ar­beits­fä­hig­keit mei­nes Hau­ses im Kampf ge­gen Ex­tre­mis­mus und Ter­ro­ris­mus si­cher­zu­stel­len, war es not­wen­dig, ge­gen die Her­aus­ga­be von als ver­trau­lich oder ge­heim ein­ge­stuf­ten Do­ku­men­ten des BfV ju­ris­tisch vor­zu­ge­hen. . . . Al­les Wei­te­re ist nun ei­ne An­ge­le­gen­heit der Jus­tiz.“

Kanz­ler­amts­chef Pe­ter Alt­mai­er (CDU) be­grüß­te die Aus­set­zung der Er­mitt­lun­gen. Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) ließ wis­sen, dass sein Haus Ge­ne­ral­bun­des­an­walt Harald Ran­ge früh­zei­tig auf die heik­le Pro­ble­ma­tik hin­ge­wie­sen ha­be, ge­gen Jour­na­lis­ten we­gen Lan­des­ver­rats zu er­mit­teln. Wie die „Süd­deut­sche Zei­tung“schreibt, sei das Mi­nis­te­ri­um am 27. Mai von der Bun­des­an­walt­schaft über das am 13. Mai ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren in­for­miert wor­den. Das Mi­nis­te­ri­um ha­be dar­auf­hin nach ei­ge­ner Darstel­lung Ran­ge si­gna­li­siert, dass es das Ver­fah­ren für falsch hal­te.

Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag war be­kannt ge­wor­den, dass die Bun­des­an­walt­schaft ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen zwei Jour­na­lis­ten von Netz­po­li­tik.org ein­ge­lei­tet hat. Der Ge­ne­ral­bun­des­an­walt sah bei Grün­der Mar­kus Be­cke­dahl und Au­tor André Meis­ter ei­nen Ver­dacht auf Lan­des­ver­rat, weil sie Ver­fas­sungs­schutz-In­for­ma­tio­nen ver­öf­fent­licht hat­ten.

Die Blog-Ma­cher hat­ten die Er­mitt­lun­gen als „An­griff auf die Pres­se­frei­heit an sich“be­zeich­net. Um Un­ter­stüt­zung zu zei­gen, de­mons­trier­ten am Sams­tag in Berlin rund 1300 Men­schen. Die Ver­an­stal­ter und Be­trei­ber des Blogs spra­chen so­gar von 2000 bis 3000 Teil­neh­mern. Ran­ge sieht sich der­weil mit Rück­tritts­for­de­run­gen auch aus der schwarz-ro­ten Ko­ali­ti­on kon­fron­tiert. dpa/afp

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