Die Kri­tik an den Rie­sen­trans­por­tern wächst

19 224 Con­tai­ner kann die „MSC Zoe“la­den – Die Ree­de­rei MSC hat der­zeit die größ­ten Schif­fe der Welt

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Bis zu 24 000 Con­tai­ner pro Schiff sind tech­nisch mög­lich. Die „MSC Zoe“schafft 19 224 und liegt da­mit der­zeit vorn. Das Schiff ist am Wo­che­n­en­de in Ham­burg ge­tauft wor­den.

Ham­burg. Rie­si­ge Con­tai­ner­schif­fe ge­hö­ren zur Fas­zi­na­ti­on, die der Ham­bur­ger Ha­fen auf vie­le Men­schen aus­übt. Die „MSC Zoe“, die am Wo­che­n­en­de im Ham­bur­ger Ha­fen ge­tauft wur­de, ist das jüngs­te Bei­spiel. Sie kann 19 224 Con­tai­ner tra­gen, so viel wie sonst nur ih­re bei­den Schwes­ter­schif­fe. Auch die „MSC Zoe“und die an­de­ren Schif­fe der Olym­pic-Klas­se der Ree­de­rei MSC wer­den nicht lan­ge an der Spit­ze der Grö­ßen­ent­wick­lung ste­hen. Die ja­pa­ni- sche Werft Ima­ba­ri baut elf Frach­ter, die 20 000 Con­tai­ner trans­por­tie­ren kön­nen. Den Vo­gel ab­schie­ßen wird aber die Ree­de­rei OOCL aus Hong­kong: Sie hat bei Samsung sechs Schif­fe be­stellt, die 21 100 Con­tai­ner tra­gen kön­nen, plus sechs Op­tio­nen. Tech­nisch mög­lich wä­ren nach An­sicht der Prüf­ge­sell­schaft DNV GL schon heu­te 24 000.

Ge­trie­ben wird die Ent­wick­lung zu im­mer grö­ße­ren Schif­fen durch den har­ten Kon­kur­renz­kampf zwi­schen den glo­bal agie­ren­den Schiff­fahrts­kon­zer­nen. Seit Jah­ren drü­cken Über­ka­pa­zi­tä­ten und nied­ri­ge Fracht­ra­ten auf die Er­trä­ge. Gro­ße Schif­fe er­mög­li­chen güns­ti­ge Prei­se.

Die Kri­tik an die­ser Ent­wick­lung wird zu­neh­mend lau­ter und viel­stim­mi­ger. „Das Ri­si­ko wächst mit den Schif­fen mit“, heißt es vom „Ak­ti­ons­bünd­nis le­ben­di­ge Tide­el­be“, in dem meh­re­re Um­welt­ver­bän­de zu- sam­men­ge­schlos­sen sind. Sie ver­wei­sen auf die Ge­fahr ei­ner Ha­va­rie, wenn die Schif­fe auf der en­gen El­be ma­nö­vrie­ren. Die Schif­fe sind län­ger als die Fahr­rin­ne breit ist und könn­ten sie kom­plett blo­ckie­ren.

Die Lin­ken in der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft ge­hen noch ei­nen Schritt wei­ter: „Im­mer grö­ße­re Schif­fe er­for­dern im­mer tie­fe­re Hä­fen und Flüs­se, grö­ße­re Ter­mi­nals und Brü­cken“, sagt ihr Ha­fen­po­li­ti­ker Nor­bert Hack­busch. „Ge­gen die­se Spi­ra­le des Wahn­sinns soll­te Ham­burg ei­ne Initia­ti­ve der Ha­fen­städ­te in Eu­ro­pa set­zen.“Für ein paar Eu­ro ei­ge­ner Er­spar­nis ver­ur­sach­ten die Ree­der rie­si­ge Kos­ten für die Hä­fen und da­mit die öf­fent­li­chen Kas­sen. Rü­cken­de­ckung be­kommt der Lin­ke von der OECD, der Or­ga­ni­sa­ti­on der In­dus­trie­län­der. Sie schätzt die Kos­ten für zu­sätz­li­che In­fra­struk­tur durch die Me­ga-Car­ri­er auf 400 Mil­lio­nen Dol­lar jähr­lich. dpa

FO­TO: SCHOLZ/DPA

Die MSC Zoe, das größ­te Con­tai­ner­schiff der Welt, lief am Sams­tag in Ham­burg in den Ha­fen ein.

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