Auf­rüt­teln­der Film über den War­schau­er Auf­stand

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

War­schau ’44, Sonn­tag, 22.00 Uhr, ZDF: 70 Jah­re nach Kriegs­en­de wird es von vie­len noch im­mer als das tra­gischs­te Er­eig­nis der deutsch-pol­ni­schen Ge­schich­te be­trach­tet: Die grau­sa­me Nie­der­schla­gung ei­nes Auf­stands, der 63 Ta­ge dau­er­te. Und der un­ter 900000 Ein­woh­nern War­schaus 200000 Op­fer for­der­te. Der jun­ge pol­ni­sche Re­gis­seur Jan Ko­ma­sa dreh­te über die­ses na­tio­na­le Trau­ma sei­nes Lan­des ei­nen Kriegs­film, der es in sich hat­te: Mit bei uns – noch – un­be­kann­ten Ge­sich­tern wie Józef Pawlowski und Zo­fia Wichlacz in den Haupt­rol­len. Hoch auf­wän­dig ge­macht. Und dank ei­ner Vor­be­rei­tungs­zeit von acht Jah­ren und dem Ein­satz von gut 500000 Ton­nen Schutt für die Ku­lis­sen und ei­mer­wei­se Kunst­blut quä­lend rea­lis­tisch in sei­ner Darstel­lung. Er­geb­nis: zwei St­un­den Film­höl­le in Ci­ne­mas­cope, die sich mit Hol­ly­wood-Pro­duk­tio­nen à la „Der Sol­dat Ja­mes Ryan“durch­aus mes­sen kön­nen. Na­tür­lich sind gen­re­ty­pi­sche Stil­mit­tel wie ver­stö­ren­de Zeit­lu­pen und un­ter­kühl­te Pop­songs, wäh­rend die Ka­me­ra in Groß­auf­nah­me qua­si ex­plo­diert, ein Zu­ge­ständ­nis an Zeit­gei­stund­jün­ge­res Pu­bli­kum. Wie­so auch nicht? Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gungfunk­tio­niert schließ­lich nur, wenn jün­ge­re Ge­ne­ra­tio­nen mit ein­be­zo­gen wer­den. Wes­halb das ZDF aber so ei­nen wich­ti­gen Film dann auf ei­nen mie­sen 22-Uhr- Sen­de­platz ver­bannt, ist ein Rät­sel.

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