Von „Hirn­furz“bis „blind vor Wut“

SPD und CDU strei­ten über Ent­wick­lung Alt-Saar­brü­ckens

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN - Von SZ-Re­dak­teur Mar­tin Rols­hau­sen

An­fang Ju­li ging die Saar­brü­cker CDU mit Ide­en zur Ent­wick­lung Alt-Saar­brü­ckens in die Öf­fent­lich­keit. Sie schlug un­ter an­de­rem vor, das Bus­de­pot zu ver­le­gen und an sei­ner Stel­le Wohn­raum zu schaf­fen. Die SPD, die mit Lin­ken und Grü­nen die Stadt­rats­mehr­heit stellt, lehnt das ab. Die CDU reicht nun ei­nen Vor­schlag zu ei­nem mög­li­chen neu­en Bus­de­pot-Stand­ort nach.

Alt-Saar­brü­cken. „Sich frei ma­chen von ak­tu­el­len Ge­ge­ben­hei­ten und auf zehn Jah­re den­ken.“Das hat der Saar­brü­cker CDU-Vor­sit­zen­de Pe­ter Stro­bel vor knapp ei­nem Mo­nat emp­foh­len, als er die Plä­ne sei­ner Par­tei zur Ent­wick­lung des un­te­ren Alt-Saar­brü­ckens vor­ge­legt hat. Am Tag dar­auf woll­te die SPD die­ses Den­ken schon be­en­den – per Pres­se­er­klä­rung teil­te sie mit, was sie vom CDU-Vor­schlag, das Bus­de­pot zu ver­la­gern und an sei­ner Stel­le Woh­nun­gen zu bau­en, die be­son­ders für Stu­den­ten der Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft (HTW) in­ter­es­sant sein könn­ten, hält – näm­lich nichts.

Ver­gan­ge­ne Wo­che nun be­such­te die SPD das Bus­de­pot und be­kräf­tig­te da­nach: Es soll blei­ben, wo es ist, ein neu­es Bus­de­pot kos­te et­wa 34 Mil­lio- nen Eu­ro, das ha­be man gera­de in Ham­burg ge­se­hen. Und statt der CDU und ih­rer Be­ra­ter sol­le man lie­ber Ex­per­ten ran­las­sen – die von der städ­ti­schen Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft GIU (die SZ be­rich­te­te). Im Wo­chen­ma­ga­zin Fo­rum leg­te der Vor­sit­zen­de der SPD-Stadt­rats­frak­ti­on dann noch nach: Der Vor­schlag der CDU sei ein „Hirn­furz“.

Ist die SPD wü­tend? Die­se Be­mer­kung Bau­ers sei „pein­lich“und wohl we­ni­ger ein Er­geb­nis des Nach­den­kens, son­dern eher Aus­druck der „Wut in der Saar­brü­cker SPD dar­über, dass der Vor­schlag zur Ent­wick­lung Al­tSaar­brü­ckens nicht von ihr ge­kom­men ist“, ver­mu­tet nun Stro­bel. An­ders kön­ne er es sich nicht er­klä­ren, war­um die SPD „die Idee mit al­ler Macht ka­putt­ma­chen wol­le“. Und er fragt sich, war­um Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz (SPD) in die­ser De­bat­te schweigt. Stro­bel hat zwei Ant­wort­va­ri­an­ten: „Ent­we­der sie ist mit der Stadt­rats-SPD ei­ner Mei­nung, was für ei­ne vi­sio­nä­re Ver­wal­tungs­che­fin ein Ar­muts­zeug­nis wä­re. Oder sie hat nicht den Mut, der star­ren Hal­tung der Stadt­rats-SPD ent­ge­gen­zu­tre­ten, was für ei­ne Füh­rungs­kraft eben­so ein Ar­muts­zeug­nis wä­re.“

Stro­bel hat ges­tern neu­en Stoff zum Nach­den­ken ge­lie­fert: Das Bus­de­pot kann sei­ner Mei­nung nach ans „Breb­a­cher Ohr“ver­legt wer­den. Die Ver­mark­tung die­ses Ge­län­des in Brebach als Ge­wer­be­flä­che ge­stal­te sich eh „wei­ter­hin schwie­rig“. Das neue Bus­de­pot kön­ne „dort so­gar ei­ne Leit­in­ves­ti­ti­on dar­stel­len“, sagt Stro­bel. „Ne­ben der güns­ti­gen Flä­che hät­te man dort ei­nen di­rek­ten Zu­gang zum Saar­bahn­gleis, die Saar­bahn- Werk­statt in un­mit­tel­ba­rer Nä­he, so­wie ei­ne di­rek­te An­bin­dung an das Bus­li­ni­en­netz und die Au­to­bahn“, er­klärt er.

Das al­te Bus­de­pot­ge­län­de wer­de als Wohn­bau­ge­biet deut­lich an Wert ge­win­nen. Die von der SPD ins Spiel ge­brach­te GIU wer­de „die Chan­ce, dass hier wo­mög­lich ein Ge­schäft zu ma­chen ist, so­fort er­ken­nen“, glaubt Stro­bel. Die GIU ha­be bei an­de­ren Pro­jek­ten be­wie­sen, ,,dass sie in der La­ge ist, Denk­blo­cka­den zu über­win­den und Po­ten­zia­le stär­ker zu ge­wich­ten als mög­li­che Ri­si­ken“, fin­det Stro­bel.

Pe­ter Stro­bel

Pe­ter Bau­er

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