Tor-Schluss-Pa­nik im Vier­tel

Stadt­ver­wal­tung: selbst­ge­bau­tes Spiel­platz­tor nach drei Mo­na­ten ein Si­cher­heits­ri­si­ko

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - Von SZ-Re­dak­teur Fa­bi­an Bos­se

Die Ein­schät­zun­gen der Stadt wa­ren wohl rich­tig: Nach nur drei Mo­na­ten hat das von El­tern auf dem Spiel­platz im Nau­wie­ser Vier­tel an­ge­brach­te Tor so vie­le Män­gel, dass die Stadt sich ge­zwun­gen sieht, es ab­zu­bau­en. Ur­sa­che der Män­gel wa­ren wohl Be­su­cher des Nau­wie­ser Fests.

Saar­brü­cken. Die „Gue­ril­la-Ak­ti­on“ei­nes El­tern­paa­res hat­te bei vie­len Vier­tel-Be­woh­nern ei­nen wun­den Punkt ge­trof­fen. An­fang Mai hat­te Dho­u­ha Je­las­si aus Angst, ihr Sohn könn­te auf die Stra­ße lau­fen und von ei­nem Au­to er­fasst wer­den, am Spiel­platz mit ih­rem Mann erst ei­nen Zaun dort ge­zo­gen, wo Lü­cken in der He­cke wa­ren und dann zu­sätz­lich am Ein­gang ein Holz­tor an­ge­bracht. Die Stadt hat­ten sie vor­her we­der um Rat noch um Er­laub­nis ge­fragt. „Ein Spiel­platz ist da, da­mit Kin­der frei in ei­ner si­che­ren Um­ge­bung spie­len und lau­fen

Nach dem Nau­wie­ser Fest: Un­be­kann­te ha­ben das Bag­ger­fun­da­ment aus­ge­gra­ben. Die Stadt hat so­fort re­agiert.

kön­nen, und Kin­der sind nun mal flink und wis­sen nicht im­mer, wo die Gren­zen sind“, recht­fer­ti­ge Dho­u­ha Je­las­si da­mals ihr Han­deln.

Die Ak­ti­on hat­te zu enorm viel Zu­spruch von Sei­ten vie­ler Vier­tel-El­tern ge­führt. Der Grund, war­um vie­le Men­schen die Gue­ril­la-Ak­ti­on be­für­wor­ten, wa­ren nicht nur die üb­li- chen Re­fle­xe, weil hier je­mand in Ro­bin-Hood-Ma­nier der Ob­rig­keit ei­ne lan­ge Na­se ge­zeigt hat, son­dern weil vie­le El­tern be­reits ähn­li­che Er­leb­nis­se mit ih­ren Kin­dern hat­ten. Be­son­ders pro­ble­ma­tisch für vie­le El­tern, so der all­ge­mei­ne Te­nor, sei der obe­re Aus­gang, der di­rekt am Sand­kas­ten liegt. Hier ha­ben es Kin­der nur Schrit­te bis zur Stra­ße.

Die Stadt hat­te für die Ak­ti­on we­nig Ver­ständ­nis und brach­te eben­falls nach­voll­zieh­ba­re Grün­de vor: Als Stadt sei sie für die Spiel­platz-Si­cher­heit ver­ant­wort­lich. Da­für müs­se sie Stan­dards er­fül­len. Im Fall, dass sich ein Kind am Zaun oder Tor ver­letzt, kann die Stadt haft­bar ge­macht wer­den. Die Stadt­ver­wal­tung hat da­mals den­noch ent­schie­den, dass Draht­zaun und Bret­ter­tor erst ein­mal blei­ben kön­nen und zu­ge­sagt „ein neu­es Tor zu er­rich­ten, so­bald das al­te ka­putt sein wür­de“, sagt Stadt­spre­cher Tho­mas Blug.

Nun hat die Stadt aber am Sonn­tag über ih­re so­ge­nann­te Män­gel-App ein Bild mit dem Hin­weis be­kom­men, dass der Zaun ein Si­cher­heits­ri­si­ko wä­re. Ein Brett sei lo­cker und Nä­gel zu se­hen. „Wir wer­den dort ein neu­es Tor er­rich­ten, das den Qua­li­täts- und Si­cher­heits­stan­dards für öf­fent­li­che Spiel­plät­ze ent­spricht“, re­agier­te die Stadt heu­te auf die Män­gel.

Und Dho­u­ha Je­las­si? „Die Stadt hat sich bei mir ges­tern ge­mel­det. Ich bin so­fort raus und ha­be das Tor re­pa­riert. Die Stadt hat­te Recht. Das Tor hat­te beim Nau­wie­ser-Vier­tel-Fest ge­lit­ten. Es wa­ren zwei Lat­ten lo­se, die ich wie­der an­ge­bracht ha­be. Die Nä­gel ha­be ich schon ver­gan­ge­ne Wo­che so ver­bo­gen, dass man sich nicht mehr dar­an ver­let­zen konn­te. Jetzt ist wie­der al­les in Ord­nung“.

Eben­falls ein Über­bleib­sel der Fest­ta­ge im Nau­wie­ser Vier­tel: Un­be­kann­te ha­ben das Fun­da­ment des Bag­gers aus­ge­gra­ben. Die Stadt hat aber be­reits ges­tern so­fort re­agiert und den Bag­ger ent­fernt.

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