Auf Tuch­füh­lung mit den em­si­gen Brum­mern, die Ho­nig pro­du­zie­ren

Der Kreis­ver­band der Im­ker hat­te zum Tag der of­fe­nen Tür an den Lehr­bie­nen­stand Neu­haus ein­ge­la­den

Saarbruecker Zeitung - - REGIONALVERBAND - Von SZ-Mit­ar­bei­ter Hei­ko Leh­mann

Rund 300 Mit­glie­der hat der Kreis­ver­band der Im­ker. Jetzt hat­te er an sei­nen Lehr­bie­nen­stand Neu­haus ge­la­den. Dort woh­nen 15 Bie­nen­völ­ker mit je et­wa 40 000 Bie­nen. Je­des Volk pro­du­ziert im Schnitt 30 Ki­lo Ho­nig pro Jahr.

Neu­haus. Er­staun­lich kalt­blü­tig und oh­ne jeg­li­che Angst vor den her­um­flie­gen­den Bie­nen schnapp­te sich der vier­jäh­ri­ge Lu­kas Brück am ver­gan­ge­nen Sonn­tag ei­nen Stift und mar­kier­te ei­ne männ­li­che Bie­ne (Droh­ne) auf dem Rü­cken.

„Mir macht das gar nichts aus. Ich ken­ne das. Ich fin­de Bie­nen und den Ho­nig toll“, sag­te der Knirps wäh­rend Her­bert Has­sel, der Vor­sit­zen­de der Im­ker im Kreis­ver­band Saar­brü­cken die Droh­ne mit zwei Fin­gern fest­hielt. Der Kreis­ver­band der Saar- brü­cker Im­ker hat­te am Sonn­tag – wie be­reits seit mehr als 40 Jah­ren – zum Tag der of­fe­nen Tür an den Lehr­bie­nen­stand Neu­haus ein­ge­la­den. Den gan­zen Tag gab es in­ter­es­san­te Vor­trä­ge, klei­ne Film­chen und für die Kin­der so­gar Bie­nen zum An­fas­sen.

„Die Droh­nen kön­nen nicht ste­chen, da kann man den Kin­dern wun­der­bar die Bie­nen nä­her­brin­gen“, sag­te Her­bert Has­sel, der wei­ter von ei­nem über­durch­schnitt­li­chen Ho­nig­jahr sprach und zu­dem sehr zu­frie­den mit der Im­ker-Ent­wick­lung im Saar­land ist.

„Wir ha­ben et­wa 300 Im­ker im Re­gio­nal­ver­band Saar­brü­cken. Die Zahl ist stei­gend. Der Trend geht da­zu, dass sich im­mer mehr Men­schen ein oder zwei Bie­nen­völ­ker im Gar­ten hal­ten“, be­rich­te­te Has­sel, wäh­rend Im­ker Wolf­gang Pöhl­mann mit dem Kopf nick­te. „Sich ein Bie­nen­volk zu hal­ten ist gar nicht so schwer, wie man viel­leicht denkt. Mann braucht ge­wis­se Grund­kennt­nis­se und muss sich auch für die Ar­beit mit den Le­be­we­sen in­ter­es­sie­ren. So be­kommt man pro Volk im Schnitt 30 Ki­lo­gramm Ho­nig pro Jahr“, er­läu­ter­te Pöhl­mann, der Schatz­meis­ter im Kreis­ver­band der Im­ker ist. In der Volks­hoch­schu­le wer­den mitt­ler­wei­le die Gr­und­zü­ge der Im­ke­rei ver­mit­telt, oder man kann je­den

Der vier­jäh­ri­ge Lu­kas Brück durf­te am Lehr­bie­nen­stand Neu­haus ei­ne männ­li­che Bie­ne mar­kie­ren. Fo­to: leh

zwei­ten Sonn­tag im Mo­nat (von 10 bis 12 Uhr) zum Im­ker­stamm­tisch an den Lehr­bie­nen­stand Neu­haus kom­men. Auch dort gibt es vie­le In­for­ma­tio­nen rund um die Bie­nen.

Et­wa 40 000 Bie­nen hat je­des der 15 Völ­ker am Lehr­bie­nen­stand. Das bringt zwar viel Ar­beit mit sich, aber auch viel Ho­nig. „Un­ser Wald­ho­nig ist die­ses Jahr ei­ne Sen­sa­ti­on. Ei­ne Bä­cke­rei in Holz ver­kauft un­se­ren Ho­nig, und wir kom­men mit der Lie­fe­rung gar nicht mehr nach“, er­zähl­te Her­bert Has­sel stolz.

Chefs im Bie­nen­stock sind die weib­li­chen Bie­nen – al­len vor­an die Kö­ni­gin. Die Droh­nen sind nur zur Be­gat­tung da. „Jetzt kommt die Zeit, in der die weib­li­chen Bie­nen die Droh­nen aus den Stö­cken ver­trei­ben. Im Win­ter wer­den die Droh­nen nicht ge­braucht und au­ßer­dem wür­den sie zu viel fres­sen“, ver­riet Im­ker Wil­li Ludt aus Blies­rans­bach.

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