Schim­mel­pfen­nig hofft auf über 400 Olym­pio­ni­ken

Deut­scher Olym­pi­scher Sport­bund peilt in Rio min­des­tens 44 Me­dail­len an

Saarbruecker Zeitung - - SPORT -

Gut ein Jahr vor Be­ginn der Spie­le in Rio steht der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund un­ter Er­folgs­druck. Es soll mehr Edel­me­tall her. Sport­di­rek­tor Dirk Schim­mel­pfen­nig geht von ei­nem gro­ßen Team aus.

Kels­ter­bach. Mehr Star­ter, mehr Me­dail­len – nur nicht mehr Geld: Der Deut­sche Olym­pi­sche Sport­bund (DOSB) muss in den zwölf Mo­na­ten bis zum Start der Som­mer­spie­le in Rio de Janei­ro (5. bis 21. Au­gust 2016) den Spa­gat zwi­schen den For­de­run­gen sei­nes „Groß­spon­sors“, dem deut­schen In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re, und der sport­li­chen Rea­li­tät schaf­fen.

„Wir ha­ben bei den Spie­len in Pe­king 2008 ins­ge­samt 41 Me­dail­len ge­holt, in Lon­don 2012 wa­ren es 44 – und die Zahl von Lon­don wird die Richt­grö­ße für Rio sein. Die­ses Er­geb­nis wol- len wir hal­ten und nach Mög­lich­keit ver­bes­sern“, sag­te Leis­tungs­sport-Vor­stand Dirk Schim­mel­pfen­nig bei ei­ner Count­down-Ver­an­stal­tung des DOSB im hes­si­schen Kels­ter­bach zu den Am­bi­tio­nen für Rio: „Die Er­geb­nis­se der zu­rück­lie­gen­den Welt­meis­ter­schaft ha­ben ge­zeigt, dass wir so kon­kur­renz­fä­hig sind, um die­ses Ziel als rea­lis­tisch zu be­zeich­nen.“

Dass Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re von den deut­schen Spit­zen­sport­lern künf­tig al­ler­dings ein Drit­tel mehr Me­dail­len als zu­letzt for­dert, sieht Schim­mel­pfen­nig po­si­tiv. „Ich hal­te die For­de­rung nicht nur für le­gi­tim, ich freue mich so­gar dar­über – das wol­len wir ja auch“, sag­te der sport­li­che Lei­ter der deut­schen Olym­pia­mann­schaft. In Lon­don wie bei den Win­ter­spie­len zwei Jah­re spä­ter in Sot­schi be­leg­te die deut­sche Mann­schaft den sechs­ten Rang im Me­dail­len­spie­gel.

Schim­mel­pfen­nig hat auch kein Pro­blem da­mit, dass der In­nen­mi­nis­ter für sein an­vi­sier­tes Ziel nicht mehr Steu­er­gel­der in­ves­tie­ren will: „Das ist als Gr­und­vor­ga­be rich­tig“, äu­ßer­te der Funk­tio­när: „Wir soll­ten erst die Ef­fek­ti­vi­tät un­se­rer Leis­tungs­sport-Struk­tur über­prü­fen, be­vor wir nach mehr Geld schrei­en.“Der deut­sche Staat för­dert den Spit­zen­sport in die­sem Jahr mit 153 Mil­lio­nen Eu­ro, da­zu kom­men Per­so­nal- und Sach­leis­tun­gen von Bun­des­wehr, der Po­li­zei und dem Zoll. Größ­ter Geld­ge­ber ist das In­nen­mi­nis­te­ri­um.

Mit Blick auf Rio de Janei­ro plant der DOSB den Start ei­ner we­sent­li­chen grö­ße­ren Mann­schaft als in Lon­don. „In Lon­don wa­ren wir mit 391 Teil­neh­mern ver­tre­ten. Wir ha­ben nun be­reits 48 Quo­ten­plät­ze si­cher. Durch die Qua­li­fi­ka­ti­on der Spiel­sport­ar­ten – Ho­ckey und bei­de Fuß­ball­teams – ge­hen wir von deut­lich mehr als 400 Teil­neh­mern aus“, äu­ßer­te Schim­mel­pfen­nig.

Der frü­he­re Sport­di­rek­tor des Deut­schen Tisch­ten­nis-Bun­des (DTTB) gab zu­dem die No­mi­nie­rungs-Ter­mi­ne be­kannt. Am 31. Mai, 28. Ju­ni und 12. Ju­li 2016 wer­den die Olym­pia-Teil­neh­mer be­nannt. „Die No­mi­nie­rungs­kri­te­ri­en sind mit den Spit­zen­ver­bän­den be­reits aus­ge­han­delt und un­ter­schrie­ben“, sag­te Schim­mel­pfen­nig. „Jetzt heißt es, op­ti­miert zu ar­bei­ten und die Vor­be­rei­tung in­ten­siv zu gestal­ten, um in Rio mög­lichst er­folg­reich zu sein.“sid

Dirk Schim­mel­pfen­nig

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