Saar­brü­cker Äm­ter schau­en bei Waf­fen­be­sit­zern ganz genau hin

Nur noch zwei Be­hör­den küm­mern sich ab Ja­nu­ar um 4633 Waf­fen­be­sit­zer im Re­gio­nal­ver­band

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - Von SZ-Re­dak­teu­rin Dör­te Gr­ab­bert

Statt drei gibt es bald nur noch zwei Waf­fen­be­hör­den im Re­gio­nal­ver­band Saar­brü­cken. Völk­lin­gen über­trägt die Auf­ga­ben sei­ner Waf­fen­be­hör­de an den Re­gio­nal­ver­band. Saar­brü­ckens Be­hör­de bleibt ei­gen­stän­dig.

Re­gio­nal­ver­band. Die Waf­fen­und Jagd­be­hör­de des Re­gio­nal­ver­bands Saar­brü­cken über­nimmt zum 1. Ja­nu­ar 2016 die Auf­ga­ben der Waf­fen­be­hör­de in Völk­lin­gen.

Das hat die Re­gio­nal­ver­samm­lung jetzt be­schlos­sen. Der Grund: Die Stadt Völk­lin­gen hat kei­ne ei­ge­ne Jagd­be­hör­de. Da aber zur Jagd in der Re­gel Waf­fen ge­braucht wer- den, ist ei­ne Tren­nung von Jagd- und Waf­fen­be­hör­de we­nig sinn­voll. Denn das Waf­fen­recht über­schnei­det bei­de Rechts­be­rei­che. Au­ßer­dem sei der ei­ne Mit­ar­bei­ter der Völk­lin­ger Waf­fen­be­hör­de über­las­tet, er­läu­tert Re­gio­nal­ver­bands­spre­cher Ste­fan Kie­fer.

Die Waf­fen­be­hör­de des Re­gio­nal­ver­bands ist mit 2,3 Stel­len bes­ser aus­ge­stat­tet. Die hal­be Stel­le mehr, die ab Ja­nu­ar im Re­gio­nal­ver­band ent­steht, soll die Stadt Völk­lin­gen be­zah­len.

Die Stadt Saar­brü­cken wird ih­re ei­ge­ne Jagd- und Waf­fen­be­hör­de da­ge­gen be­hal­ten. Dort küm­mern sich zwei Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­amts gleich­zei­tig um Waf­fen­recht, Jagd- und Fi­sche­rei­recht, Spreng­stoff­recht, Samm­lungs- und Lot­te­rie­ge- setz. „Selbst wenn der Re­gio­nal­ver­band die Auf­ga­ben des Saar­brü­cken Waf­fen­be­hör­de über­neh­men wür­de, müss­ten beim Re­gio­nal­ver­band auf­grund der Fall­zah­len zwei neue Stel­len ge­schaf­fen wer­den, die die Stadt Saar­brü­cken ver­mut­lich be­zah­len müss­te“, sagt Kie­fer. Geld wür­de al­so nicht ge­spart.

Die Zah­len un­ter­schei­den sich in der Tat nur ge­ring­fü­gig. In Saar­brü­cken sind 1833 Per­so­nen mit Waf­fen­be­sitz­kar­te re­gis­triert, in Völk­lin­gen sind es 400 und im rest­li­chen Re­gio­nal­ver­band 2400. Und die müs­sen al­le drei Jah­re über­prüft wer­den.

Die Waf­fen­be­hör­den sind da­für zu­stän­dig, Waf­fen­schei­ne, Jagd­schei­ne und Waf­fen­be­sitz­kar­ten aus­zu­stel­len so­wie den ge­werb­li­chen Waf­fen­han­del im Au­ge zu be­hal­ten. Da­bei sind die Auf­ga­ben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren enorm ge­wach­sen. Das be­trifft zum ei­nen das bun­des­wei­te Waf­fen­re­gis­ter. Es bün­delt seit 2013 In­for­ma­tio­nen über al­le re­gis­trier­ten Schuss­waf­fen in Deutsch­land.

„Die durch­schnitt­li­che Be­ar­bei­tungs­dau­er pro Fall hat sich seit­dem na­he­zu ver­drei­facht“, be­rich­tet auch Tho­mas Blug, Spre­cher der Stadt Saar­brü­cken. Zum an­de­ren sind die Auf­be­wah­rungs­vor­schrif­ten für Waf­fen und de­ren Kon­trol­len vor Ort ver­schärft wor­den.

Und die Kon­trol­len sind streng. Der Re­gio­nal­ver­band hat in die­sem Jahr be­reits vier Per­so­nen die waf­fen­recht­li­che Er­laub­nis ent­zo­gen. Zwei­mal we­gen gra­vie­ren­der Män­gel bei der Auf­be­wah­rung von Schuss­waf­fen und Mu­ni­ti­on, ein­mal, weil der In­ha­ber kei­nen Schieß­sport mehr aus­übt, es al­so kei­nen Grund mehr gibt, war­um er Schuss­waf­fen be­sit­zen darf. Und ein­mal, weil die Per­son als un­zu­ver­läs­sig gilt.

„Re­le­vant für die Ent­schei­dung, je­man­den als un­zu­ver­läs­sig ein­zu­stu­fen, sind für uns un­ter an­de­rem al­le Straf­ta­ten ab 60 Ta­ges­sät­zen, An­kla­gen we­gen Kör­per­ver­let­zung, selbst bei Frei­spruch, Al­ko­hol- oder Dro­gen­sucht, Ex­tre­mis­mus­ver­dacht, ob von rechts, links oder re­li­gi­ös“, er­läu­tert Marc Schwarz, Mit­ar­bei­ter der Waf­fen­be­hör­de des Re­gio­nal­ver­bands. „Kein Res­t­ri­si­ko soll hin­ge­nom­men wer­den.“

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