Jost setzt sich für Ar­beits­schutz ein

Ar­beit­neh­mer, Müt­ter, Na­tur, Tie­re, Warndt: Mi­nis­ter Jost er­läu­tert ak­tu­el­le Vor­ha­ben

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - Von SZ-Re­dak­teur Diet­mar Klos­ter­mann

Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­ter Rein­hold Jost (SPD) will ein Bünd­nis für Ar­beits­schutz auf den Weg brin­gen. Die­ses kön­ne ein Mar­ken­kern des Lan­des wer­den, so Jost.

Um­welt­mi­nis­ter Rein­hold Jost hat ges­tern bei ei­nem Ge­spräch mit Jour­na­lis­ten die Schwer­punk­te sei­ner künf­ti­gen Ar­beit vor­ge­stellt. Da­zu ge­hört auch, dass er den Ar­beits- und den Mut­ter­schutz ver­bes­sern will.

Saar­brü­cken. Beim zwei­ten Som­mer­ge­spräch der saar­län­di­schen Mi­nis­ter­rie­ge mit Jour­na­lis­ten in der Saar­brü­cker Staats­kanz­lei hat ges­tern Um­welt-, Ver­brau­cher- und Jus­tiz­mi­nis­ter Rein­hold Jost (SPD) zum Auf­takt ei­nen Rin­gel Lyo­ner prä­sen­tiert. „Ich ha­be mir er­laubt, als Sym­bol der ak­tu­el­len Dis­kus­si­on ei­nen Rin­gel Lyo­ner mit­zu­brin­gen und zu do­ku­men­tie­ren, dass wir es ernst mei­nen mit der Ver­tei­di­gung ei­nes un­se­rer re­gio­nal­ty­pi­schen Sym­bo­le“, er­klär­te Jost. Er ma­che nicht nur „di­cke Ar­me“, son­dern auch „run­de Sa­chen“, be­ton­te Jost.

Der Mi­nis­ter hat­te sich tags zu­vor ve­he­ment für den Er­halt des Mar­ken­schut­zes des saar­län­di­schen Lyo­ners ein­ge­setzt.

Doch be­vor Jost Stü­cke des Rin­gels ab­schnitt und an Jour­na­lis­ten ver­teil­te, gab er ei­nen Über­blick über sein Re­gie­rungs­han­deln: Am 30. Sep­tem­ber wol­le er bei der Ar­beits­schutz­kon­fe­renz in Saar­brü­cken das Bünd­nis für Ar­beits­und Ge­sund­heits­schutz Saar ge­mein­sam mit Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tun­gen auf den Weg brin­gen. Die­ses Bünd­nis sei ein Mar­ken­kern des Saar­lan­des und ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal. „Zu­frie­de­ne Ar­beit­neh­mer kön­nen mehr Wert­schöp­fung ge­ne­rie­ren“, so der Mi­nis­ter. Er wol­le ei­nen Preis für vor­bild­li­ches Han­deln der Un­ter­neh­men aus­schrei­ben, um Fir­men, die sich po­si­tiv an die­sem Bünd­nis be­tei­li­gen, zu be­loh­nen.

Beim The­ma Mut­ter­schutz­ge­setz-No­vel­lie­rung hat­te es in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten Streit zwi­schen Josts Mi­nis­te­ri­um und dem So­zi­al­mi­nis­te­ri­um von Mo­ni­ka Bach­mann (CDU) ge­ge­ben. Bach­mann hat­te ei­ne Li­be­ra­li­sie­rung und Mo­der­ni­sie­rung des be­trieb­li­chen Mut­ter­schut­zes bei Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Manuela Schwe­sig (SPD) ein­ge­for­dert. Jost er­klär­te, dass die Fe­der­füh­rung bei der Re­form des Mut­ter­schut­zes in sei­nem Hau­se lie­ge. Den­noch gel­te:

Um­welt­mi­nis­ter Rein­hold Jost sorgt sich um die saar­län­di­sche Lyo­ner.

„Zwi­schen Mo­ni­ka und mich passt kein Blatt Pa­pier!“Der Mut­ter­schutz sol­le nicht auf­ge­weicht, son­dern ver­bes­sert und ent­schlackt wer­den, so Jost. Künf­tig soll­ten auch Prak­ti­kan­tin­nen und Aus­zu­bil­den­de in den Ge­nuss kom­men. Trotz ei­ni­ger Lo­cke­run­gen zu­guns­ten von Schwan­ge­ren, die noch ih­re Ar­beits­kraft an­bie­ten woll­ten, gel­te: Die Ex­per­ten­mei­nung der Ärz­te sei letzt­end­lich ent­schei­dend und nicht die Wün­sche der wer­den­den Müt­ter.

Mit zwei be­fris­tet an­ge­stell­ten Kräf­ten will Jost die Aus­wei­sung von Na­tu­ra-2000Schutz­zo­nen im Saar­land be­schleu­ni­gen. Denn die EU- Kom­mis­si­on dro­he mit Straf­zah­lun­gen, wenn Deutsch­land die Schutz­zo­nen nicht aus­wei­se. In der Ver­gan­gen­heit hat­ten Bau­ern und Jä­ger Kri­tik an den Schutz­zo­nen ge­äu­ßert.

Jost lob­te den Lan­des-Tier­schutz­be­auf­trag­ten, den Pütt­lin­ger Tier­arzt Hans-Fried­rich Wil­lim­zik, der sei­ne „Ar­beit or­dent­lich macht“. Der Vo­gel­schutz wäh­rend der Som­mer­hit­ze funk­tio­nie­re mit Hil­fe der Na­bu-Na­tur­wacht gut.

Was Jost gar nicht schmeckt, ist die Igno­ranz des fran­zö­si­schen An­hö­rungs­lei­ters zum Aus­bau des To­tal-Che­mie­werks in Car­ling, Pas­cal Schus­ter, ihm ge­gen­über. Schus­ter hat­te zwar die Bür­ger­initia­ti­ve Sau­be­re Luft für die Warndt­ge­mein­den in­for­miert, dass er das An­hö­rungs­ver­fah­ren nicht wie von Jost in ei­nem per­sön­li­chen Brief er­be­ten um vier Wo­chen ver­län­ge­re. Aber Jost war­tet bis heu­te auf ei­ne Ant­wort. „Das ist ei­ne ver­ta­ne Chan­ce“, so Jost pi­kiert. Falls die fran­zö­si­schen Be­hör­den die von To­tal ge­plan­te Ein­lei­tung des gif­ti­gen Li­thi­um­chlo­rids in den Bach Mer­le zu­lie­ßen, wol­le er Schrit­te auf Ba­sis des EU-Was­ser­rechts prü­fen. Dann teil­te Jost die Lyo­ner­stü­cke aus.

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