Sper­ri­ges An­ti-Pop State­ment

„Plat­form“von Hol­ly Hern­don – Die Klang­for­sche­rin kom­po­niert ex­pe­ri­men­tel­le Songs zur di­gi­ta­len Über­wa­chung

Saarbruecker Zeitung - - TREFF.REGION -

Manch­mal be­geg­net ei­nem Mu­sik, die möch­te man wirk­lich ger­ne lie­ben oder we­nigs­tens mö­gen. Doch will das bei al­ler Mü­he ei­ner An­nä­he­rung nicht ge­lin­gen – schlicht weil sie selt­sam fremd bleibt. Was dann im­mer­hin noch ent­ste­hen kann ist Stau­nen, Be­wun­de­rung, gro­ßer Re­spekt. Al­les drei fällt nicht schwer be­züg­lich der als Gal­li­ons­fi­gur ex­pe­ri­men­tel­ler neu­er Mu­sik ge­han­del­ten Hol­ly Hern­don aus San Fran­cis­co, wo sie als Dok­to­ran­din für „Com­pu­ter Re­se­arch in Mu­sic And Acoustics“ar­bei­tet und un­ter­rich­tet. Der Über­gang zum ei­ge­nen krea­ti­ven Mu­si­zie­ren wird da so na­he­lie­gend wie flie­ßend sein. Die Er­for­schung der Be­zie­hung zwi­schen Lap­top und Künst­ler und ge­ne­rel­le Pro­ble­me der Di­gi­ta­li­sie­rung (Stich­wort: Über­wa­chungs­staat) sind die The­men die­ses ra­di­ka­len Wer­kes, ge­gen das selbst Lau­rie An­der­son und Ju­lia Hol­ter wie Main­stream klin­gen. „New Ways To Love“steht of­fen­kun­dig als Mot­to groß im Auf­klapp-Co­ver von „Plat- form“(4 AD/Beg­gars Group). Doch taugt das wirk­lich zur De­fi­ni­ti­on die­ser wun­der­sam zer­frans­ten, stak­ka­to-haf­ten, zap­pe­li­gen, von tau­send Kleinst-Ide­en zer­stü­ckel­ten An­ti-PopS­tate­ments? „Is it o.k. if I co­me in? Is ever­y­thing to your li­king?“fragt die Künst­le­rin schüch­tern in “Lo­nely At The Top”. Hol­ly Hern­don gibt sich die er­hoff­te Hö­rerAnt­wort gleich selbst: “Ok, gre­at. Yeah, gre­at.“alh

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