Die Feu­er­wehr, die Feu­er­wehr . . .

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES -

Ich woll­te als Kind nie Feu­er­wehr­mann wer­den. Weil Mäd­chen das da­mals auch nicht durf­ten. Aber span­nend fand ich durch­aus, was die Jungs da so ma­chen. Hat ja auch ein biss­chen was hel­den­haf­tes, durch­aus ro­man­ti­sches. Ich ha­be als Kind auch nicht mit Play­mo­bil ge­spielt. Es war lei­der noch nicht er­fun­den. Das är­gert mich bis heu­te, denn für mich gibt es kein schö­ne­res Spiel­zeug. Als un­se­re Toch­ter im pas­sen­den Al­ter war, ha­be ich sie des­halb fast zu­ge­schüt­tet mit Play­mo-Rei­ter­hö­fen, -Bau­ern­hö­fen, -Di­no­sau­ri­ern, Afri­ka-Land­schaf­ten und und . . . Ich konn­te ein­fach nie wi­der­ste­hen, wenn ich im Spiel­zeug-La­den stand. Und das Kind hat da­mit rie­si­ge Fan­ta­sie-Wel­ten auf dem Bo­den ge­baut. Ta­ge­lang sind wir al­le nur auf Ze­hen­spit­zen durchs Kin­der­zim­mer oder auch mal durchs Wohn­zim­mer ge­tip­pelt, um kei­ne Spur der Ver­wüs­tung durch ihr Uni­ver­sum zu zie­hen. Und fühl­ten uns da­bei doch ein biss­chen wie God­zil­la auf ih­rem zer­stö­re­ri­schen Gang durchs Film-New-York. Heu­te ist das Kind schon ein Te­e­nie, die Play- mo­bil-Wel­ten ha­be ich mit blu­ten­dem Her­zen ver­schenkt, ver­kauft oder ein­ge­mot­tet.

War­um ich jetzt von Feu­er­weh­ren und Play­mo­bil er­zähl­te? Auf den ers­ten Blick hat das ja nichts ge­mein­sam. Aber der­zeit in der Saar­brü­cker Spar­kas­se dann doch. Als ich ges­tern Mor­gen nach län­ge­rer Zeit mal wie­der durch den hin­te­ren Ein­gang Rich­tung Geld­au­to­mat ging, ent­deck­te ich dort näm­lich et­was, das ziem­lich ähn­lich aus­sieht, wie das Kin­der­zim­mer un­se­rer Toch­ter sei­ner­zeit. Ei­ne rie­si­ge Play­mo­bil-Land­schaft ist da auf­ge­baut. Und zwar - jetzt schließt sich der Kreis - von der Ju­gend­feu­er­wehr. Und die jun­gen Leu­te ha­ben ge­fühlt al­les raus­ge­kramt, was es zum The­ma Feu­er­wehr von Play­mo­bil je­mals ge- ge­ben hat. Da klet­tern klei­ne Männ­chen auf Dreh­lei­tern. Da schwe­ben sie mit Hub­schrau­bern ein. Da flit­zen gro­ße und klei­ne ro­te Au­tos, und eif­ri­ge Ret­tungs­sa­ni­tä­ter ver­sor­gen Ver­letz­te. Es ist ein biss­chen tat­säch­lich so, wie un­se­re Toch­ter ge­spielt hat. Über­all sind klei­ne Sze­nen auf­ge­baut, die ei­ge­ne Ge­schich­ten er­zäh­len.

Ich ha­be mir die Na­se an der Schei­be platt­ge­drückt und mich in der Fan­ta­sie noch­mal zum Kind ge­schrumpft. Da hät­te ich gern beim Auf­bau­en ge­hol­fen. Wir hät­ten im Kel­ler be­stimmt auch noch je­de Men­ge Zu­be­hör ge­habt. Kätz­chen auf Bäu­men zum Bei­spiel.

Vor al­lem hät­ten mein gro­ßes Mäd­chen und ich aber vie­le, vie­le Pfer­de und Prin­zes­sin­nen bei­steu­ern kön­nen. Das mag man­chen Feu­er­wehr­mann jetzt ir­ri­tie­ren. Aber mir fal­len da so­fort ein paar schö­ne Sze­nen mit hel­den­haf­ten Feu­er­wehr­jungs und tap­fe­ren Prin­zes­sin­nen ein, die ge­mein­sam ei­nen Pfer­de­stall eva­ku­ie­ren. Im­mer­hin gibt es ja - an­ders als frü­her - heu­te auch Feu­er­wehr­mäd­chen. Und ich wet­te, dass die trotz­dem hin und wie­der ge­nau­so gern Prin­zes­sin­nen sind wie ich als Kind. Und wer Play­mo­bil kennt, weiß, dass die Prin­zes­sin­nen dort echt prak­ti­sche Rö­cke ha­ben. Die kann man näm­lich ruck-zuck ab­knip­sen – wenn man zum Bei­spiel über­ra­schend zum Feu­er­wehr-Ein­satz ge­ru­fen wird.

Die Welt ist heu­te zum Glück so viel bun­ter als noch vor 40 Jah­ren - die ech­te und die von Play­mo­bil und manch­mal so­gar die in Spar­kas­sen . . .

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