Kau­der droht Grie­chen­hil­fe-Kri­ti­kern

Frak­ti­ons­chef droht Nein­sa­gern zur Grie­chen-Hil­fe mit Kon­se­quen­zen – Saar-Ab­ge­ord­ne­ter Funk flog be­reits En­de 2013 aus Haus­halts­aus­schuss

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE -

Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der hat Kri­ti­kern der Grie­chen­land­hil­fen mit Kon­se­quen­zen ge­droht. Sie könn­ten nicht in wich­ti­gen Aus­schüs­sen blei­ben.

Darf man als Uni­ons­ab­ge­ord­ne­ter im Bun­des­tag ein­fach ge­gen neue Grie­chen­land-Hil­fen stim­men – und da­mit ge­gen die Frak­ti­ons­li­nie? Oder wird das sank­tio­niert? Ei­ne so ver­steh­ba­re In­ter­view-Äu­ße­rung von Frak­ti­ons­chef Kau­der sorgt in­tern rich­tig für Wir­bel.

Berlin/Saar­brü­cken. Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der (CDU) hat mit ei­ner schar­fen War­nung an Ab­weich­ler in den ei­ge­nen Rei­hen für Är­ger in sei­ner Frak­ti­on ge­sorgt. Kau­der sag­te der „Welt am Sonn­tag“mit Blick auf die zahl­rei­chen Nein-Stim­men aus der Uni­ons­frak­ti­on zu neu­en Grie­chen­land-Hil­fen, dass dies für ein­zel­ne Ab­ge­ord­ne­te Kon­se­quen­zen ha­ben wer­de.

„Die mit Nein ge­stimmt ha­ben, kön­nen nicht in Aus­schüs­sen blei­ben, in de­nen es dar­auf an­kommt, die Mehr­heit zu be­hal­ten: et­wa im Haus­halts- oder Eu­ro­pa­aus­schuss.“Kau­der wei­ter: „Die Frak­ti­on ent­sen­det die Kol­le­gen in Aus­schüs­se, da­mit sie dort die Po­si­ti­on der Frak­ti­on ver­tre­ten.“Ei­ne Frak­ti­ons­spre­che­rin sag­te al­ler­dings dem Ber­li­ner „Ta­ges­spie­gel“, Kau­der ha­be nicht die Ab­sicht, Ab­ge­ord­ne­te aus ei­nem Aus­schuss ab­zu­zie­hen.

Bei der Ab­stim­mung über Ver­hand­lun­gen für wei­te­re Grie­chen­land-Hil­fen hat­ten Mit­te Ju­li ins­ge­samt 60 Ab­ge­ord­ne­te von CDU und CSU ge­gen das von der schwarz-ro­ten Bun­des­re­gie­rung vor­ge­leg­te Maß­nah­men­pa­ket ge­stimmt. Ei­ner von ih­nen, der CDU-Po­li­ti­ker Chris­ti­an von Stet­ten, kün­dig­te an, „selbst­ver­ständ­lich bei sei­ner ab­leh­nen­den Hal­tung“zu blei­ben. „Ei­ne sol­che Dro­hung be­ein­druckt mich über­haupt nicht“, mach­te der Vor­sit­zen­de des CDU/CSU-Par­la­ments­krei­ses Mit­tel­stand in der „Bild“-Zei­tung deut­lich.

Den „Stutt­gar­ter Nach­rich­ten“sag­te von Stet­ten, er kön­ne Kau­ders Dro­hung nicht nach­voll­zie­hen. „Ich bin ein frei ge­wähl­ter Ab­ge­ord­ne­ter und las­se mich in ei­ner solch wich­ti­gen Fra­ge wie der Grie­chen­land-Hil­fe von nie­man­dem un­ter Druck set­zen.“Von Stet­ten ge­hört dem Fi­nanz­aus­schuss des Bun­des­ta­ges an.

Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Eu­ro­pa­po­li­ti­ker Detlef Seif sag­te dem „Ta­ges­spie­gel“: „Wenn die­je­ni­gen, die in der Uni- ons­frak­ti­on aus ge­wich­ti­gen Grün­den ei­ne ab­wei­chen­de Mei­nung ver­tre­ten, be­straft wer­den, scha­det das dem Kli­ma und der Zu­sam­men­ar­beit in der Frak­ti­on.“

Be­reits Mit­te Ju­ni hat­te sich der saar­län­di­sche CDU- Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Alex­an­der Funk be­klagt, von der Uni­on kalt­ge­stellt wor­den zu sein. Funk, der kon­se­quent ge­gen die Hilfs­plä­ne der gro­ßen Ko­ali­ti­on ge­stimmt hat­te, war En­de 2013 aus dem für die Grie­chen-Ret­tung wich­ti­gen Haus­halts-Aus­schuss ge­flo­gen. Wie er ge­gen­über der SZ sag­te, sei ihm na­he­ge­legt wor­den, künf­tig mit der Frak­ti­on zu stim­men, dann klap­pe es auch wie­der mit ei­nem Sitz im Haus­halts­aus­schuss.

FO­TO: JEN­SEN/DPA

Frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der sieht die Uni­on-Ab­weich­ler als un­ge­eig­net für Haus­halts- und Eu­ro­pa­aus­schuss.

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