„Ich muss­te ein­fach her­kom­men. Und ich glau­be, ich ha­be mich in den Dib­belab­bes ver­liebt.“

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN -

Der blin­de Gün­ter Soll­freund aus Nürnberg über das

Saar-Spek­ta­kel

sag­te Leo­nie. Wie die TauchAn­bie­ter mel­de­te der Klet­ter­gar­ten re­kord­ver­däch­ti­ge Zah­len. „Hier ste­hen im­mer War­te­schlan­gen. Wir hat­ten mehr als 100 Be­su­cher in ei­ner hal­ben St­un­de“, sag­te Oli­ver Bee­ker vom Un­ter­neh­men, das den Klet­ter­gar­ten auf­ge­baut hat.

Ge­müt­li­cher lie­ßen es Ant­je und Michael Sau­va­ge­au aus Ann­wei­ler am Tri­fels an­ge­hen. „Wir sind zum ers­ten Mal hier und wol­len uns al­les ein­mal an­se­hen. Am bes­ten ge­fällt uns na­tür­lich das Dra­chen­boot­ren­nen“, sag­te Ant­je Sau­va­ge­au.

Stets vol­ler Men­schen wa­ren an den ver­gan­ge­nen drei Ta­gen die We­ge ent­lang der Saar. Kein Wun­der, war das Was­ser doch Schau­platz un­zäh­li­ger At­trak­tio­nen. Wie wär’s mit Gril­len mit­ten auf dem Fluss? Ei­nem Teil­neh­mer kam das für ihn un­ge­wohn­te hei­ße Ver­gnü­gen im küh­len Nass so exo­tisch vor wie Schwen­ken im Win­ter.

Ein paar Me­ter wei­ter be­staun­ten zwei äl­te­re Da­men un­er­war­te­te Flug­küns­te. Ei­ne Art Skate­board stieg aus dem Was­ser und saus­te fünf Me­ter hoch durch die Luft. „Ich wuss­te gar nicht, dass es so et­was schon gibt“, sagt die ei­ne Da­me, wäh­rend ih­re Nach­ba­rin un­gläu­big und fas­zi­niert zu­gleich den Kopf schüt­tel­te.

Im Fest­zelt un­ter­halb des Staats­thea­ters er­klang Mu­sik, die einst auf den Welt­mee­ren ent­stand. Als Meis­ter der Shan­tys prä­sen­tier­te sich, ein­ge­la­den von den Bist­tal­mö­wen, un­ter an­de­rem der See­mann­schor aus dem Bre­mer Stadt­teil Ve­ge- sack. „Wir sind drei Ta­ge in Saar­brü­cken, fin­den die Stadt toll und das Fest. Ich ken­ne das ja schon“, sag­te Ger­hard Hr­tusz mit dem ty­pi­schen Ak­zent des Nord­deut­schen. Denn da­mit eins klar ist: „Ein hal­ber Saar­län­der bin ich auch. Mei­ne Mut­ter war aus Fried­richs­thal.“

Ein­drü­cke ei­ge­ner Art sam­mel­ten der Nürn­ber­ger Gün­ter Soll­freund und sei­ne Fa­mi­lie. Al­le Soll­freunds sind blind. Mit Stock und Blin­den­hund schlen­der­ten sie durch die Mas­sen. „Al­so, ich weiß, dass links ne­ben mir die Saar ist und auf der rech­ten Sei­te die Mu­sik spielt. Es muss vie­le Es­sens­stän­de ge­ben. Die Ge­rü­che sind un­glaub­lich viel­fäl­tig“, sag­te Soll­freund. Er hat­te zu Hau­se viel Gu­tes vom Spek­ta­kel ge­hört. „Ich muss­te ein­fach her­kom­men. Und ich glau­be, ich ha­be mich in den Dib­belab­bes ver­liebt.“

FO­TOS: BE­CKER&BREDEL

Vom Ufer, hier an der Al­ten Brü­cke, ver­folg­ten stets Zehn­tau­sen­de, was sich zu Lan­de und zu Was­ser tat.

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